Diagnose PRA

Charlie ist ein freundlicher, aufgeweckter Junghund. Mal etwas ungestüm, mal pubertär, aber immer leichtführig und sanftmütig.
Im Eifer des Gefechts rempelt er schon einmal Lis an (und wird durch die Queen gemaßregelt) oder stolpert und überschlägt sich. Ein ganz normaler, aktiver, junger Hund.
Deshalb war auch niemand alarmiert, wenn Charlie mal gegen etwas gelaufen ist, wenn er mal gegen eine Türkante oder einen Stuhl lief. Da hatte er wohl die Kurve zu eng genommen…

Auf Spaziergängen zeigte er sich immer aufgeweckt und an allem interessiert, reagierte spontan und zuverlässig auf Sichtzeichen bei Tageslicht und ließ sich schon wenige Wochen nach seiner Ankunft bei uns zuverlässig abrufen und somit ableinen.
Die Spaziergänge im Dunkeln machen wir meist auf einer festen Runde, die uns allen natürlich wohl bekannt ist. Auch hier läuft er bis heute frei und ohne Probleme.

Ein ganz normaler Hund – bis zu unserem ersten Spaziergang im Dunkeln auf fremdem Terrain. Charlie stolperte eine Treppe herunter, lief gegen einen Pfosten, war unsicher und nicht “er selbst“.
Das hat mich irritiert. Erste Sofortmaßnahme zu Hause: Der Wattebausch-Test. Ein Wattebausch fällt geräuschlos, ein völlig blinder Hund kann diesen also nicht über das Gehör orten und würde den Wattebausch nicht wahrnehmen. Charlie sah den Wattebausch jedoch und fing sofort an, sich dafür zu interessieren.
Folglich lautete die erste Laiendiagnose Nachtblindheit.

Am nächsten Werktag sind wir umgehend zu unserem Haustierarzt Dr. Frank Schauten gefahren.
Dieser empfahl ein großes Blutbild, um Diabetes oder Erkrankungen der Organe auszuschließen, dem stimmte ich zu. Weiterhin untersuchte er Charlies Augen, stellte eine verzögerte Pupillenreaktion fest und nannte uns eine Adresse für weiterführende Untersuchungen, falls das Blutbild nichts ergeben würde.

Einen Tag später stand fest: Hervorragende Blutwerte, Charlie ist in Bestform.

Verdachtsdiagnose lautete nun PRA (Progressive Retina Atrophie).
Endgültige Klarheit sollte durch eine Untersuchung in der Tierklinik Duisburg geschaffen werden.
Dr. Bausch, der dort ansässige Augenspezialist, hatte auch relativ zeitnah einen Termin für uns frei und am 29.12.2015 war klar: PRA.
Charlie ist nachtblind und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis er völlig blind wird.

Keine schöne Diagnose, aber nicht die schlechteste, mit der wir anfangs rechnen mussten. Er hat keinen Tumor, keine chronische Erkrankung, die sein Leben verkürzt.
Er leidet nicht an Schmerzen und wird langsam erblinden, so dass er sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit daran gewöhnen wird.

In einem sind wir uns jedenfalls heute schon sicher: Wir schaffen das gemeinsam!
Wir lassen uns nicht die Lebensfreude oder Lebensqualität nehmen und werden in allen erdenklichen Punkten dafür sorgen, dass Charlie ein glücklicher Hund bleibt.
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Ein Gedanke zu “Diagnose PRA

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