kleine „Unfälle“ in der Umstellungsphase

An Charlies Nachtblindheit habe ich mich recht schnell gewöhnt. Ich unterstütze und führe ihn im Dunkeln bewusst, achte verstärkt auf Hindernisse. Unfälle oder Zusammenstöße haben wir in den letzten Wochen erfolgreich vermieden.

Tagsüber bin ich leider noch nicht so weit, dass ich mit einer eingeschränkten Sehfähigkeit rechne. Aber es macht mittlerweile den Anschein, als wäre sein Sichtfeld bei Tageslicht zumindest eingeschränkt. Er ist nämlich heute morgen vor einen Schirmständer gelaufen.

Schirmständer? Ja, ein Schirmständer. Falls jetzt die Frage aufkommt, wo Schirmständer herumstehen: Bei uns in der Firma. Charlie und Lis sind Bürohunde und gehen jeden Tag mit mir zur Arbeit. Lis ist mittlerweile in einem Alter, in dem sie die zusätzlichen Stunden Büroschlaf genießt, sie legt sich morgens in ihr Körbchen, steht nur zum Spaziergang auf und schläft dann eigentlich wieder bis Feierabend durch. Charlie ist eher der aktive Bürohund, er begrüßt jeden Kollegen persönlich (Die Kollegen freuen sich darüber!) und geht jeden Weg mit mir. Heute morgen sind wir durch die Produktion gelaufen, die Laufwege zwischen den Arbeitsplätzen und Maschinen kennt er auswendig und meist achte ich nicht auf ihn, da er immer neben mir läuft. Zu unserem Pech stand heute ein Schirmständer im Weg, der dort sonst nicht steht. Charlie hat ihn zielsicher getroffen. Im leichten Trab. Mit dem Kopf voraus.

Der Treffer führte zu einem empörten Grunzen, gefolgt von einem kräftigen Schütteln, aber zum Glück nicht zu einer Verletzung oder erkennbaren Schmerzen.

Auf solche „Unfälle“ reagiere ich immer gleich: Niemals Mitleid oder Erschrecken zeigen, sondern so tun, als sei nichts passiert. Dann bekommt er zur Ablenkung ein einfaches Kommando (Hier oder Sitz), das mir die Gelegenheit gibt, ihn kurz auf Verletzungen zu untersuchen. Die Ausführung des Kommandos wird natürlich belohnt oder gelobt und schon hat er den „Unfall“ vergessen. Sollte er danach bei dem Hindernis noch zögern, übernehme ich die Führung und laufe spielerisch mit ihm ein paar mal daran vorbei, bis er seine anfängliche Unsicherheit vergessen hat.

Bisher haben wir das Glück gehabt, dass es immer nur zu leichten Zusammenstößen kam und außer einem kleinen Schrecken nicht viel passiert ist. Jetzt liegt es einfach an mir, durch konsequente und umsichtige Führung solche Dinge in Zukunft zu vermeiden. Ich weiß, dass ich ihn nicht in Watte packen kann, aber ich bin davon überzeugt, dass ich noch aufmerksamer werden kann, als ich es heute bin.

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