Unheilbar bedeutet nicht, …

… dass man nichts mehr tun kann.

Eine Progressive Retina Atrophie ist nicht heilbar, das ist mir bewusst. Und trotzdem möchte ich alles tun, Charlie die Situation zu erleichtern. Neben den „Basics“, die für mich in jedes Hundeleben gehören (wie gutes Futter, ausreichende Beschäftigung, Erziehung, Zuwendung, Fürsorge, Spiel, soziale Kontakte, Erhaltung der Gesundheit usw.), gibt es bei Charlie weitere Maßnahmen, die ich aufgrund seiner Erkrankung ergreife. Offensichtlich ist unser „Training für Blindfische“ https://dreipunktecharlie.wordpress.com/2016/01/18/trainingsansaetze/, weniger offensichtlich sind andere Punkte, die ich berücksichtige. Auf einen dieser Punkte möchte ich im Folgenden näher eingehen:

Als Charlie zu uns kam, war sein Selbstbewusstsein eher angeschlagen. Von einem selbstsicheren, stolzen Hund war er weit entfernt. Ich erinnere mich gut, dass er anfangs keine Marke außerhalb unseres Grundstückes setzen konnte, ihm war es nicht möglich, in unvertrauter Umgebung Urin oder Kot abzusetzen. Da ich bei ihm anfangs ein Trainingstagebuch geführt habe, kann ich heute sehr gut nachvollziehen, wie lange diese Phase andauerte – gute 3 Monate. Während dieser Zeit haben wir ihn bestärkt, gelobt und gefestigt, so gut es möglich war. Und unser Handeln war von Erfolg gekrönt, heute ist er selbstsicher und durch wenig zu erschüttern. Diese Veränderung kann man auch ganz gut auf Fotos erkennen, auf den ersten Bildern hat er eine „gekrümmte“ Haltung, macht sich klein und ist kaum größer als Lis. Heute ist er aufrecht, Kopf und Rute in einer völlig anderen Haltung.

Und dieses Selbstbewusstsein soll durch eine Erblindung nicht erschüttert werden. Das ist mein ausdrücklicher Wunsch.

Doch wie erreiche ich dieses Ziel? Nahe liegend ist, ihn bei Zusammenstößen oder generell Unsicherheiten nicht zu bestärken. Ihm nicht das Gefühl zu geben, dass etwas Schlimmes passiert. Ich denke, das bewältige ich bisher ganz gut. Aber das reicht mir nicht… Wer mich kennt, weiß dass ich alternativen Heilmethoden bzw. der Homöopathie nicht abgeneigt bin. Rescue-Tropfen, nux vomica, arnica – Bestandteile meiner Hausapotheke für Mensch und Hund. Ich bin der Überzeugung, begleitend zu einer ggf. notwendigen medizinischen Therapie, sind homöopathische Mittel ein guter Weg. Doch von alleine wäre ich nie darauf gekommen, dass man auch die Erblindung homöopathisch begleiten kann.

Dazu war erst ein Denkanstoß nötig. Die liebe Claudia von Miss Gliss (http://missgliss.wordpress.com/) hat mich aufgrund eines Beitrages in meinem Blog angeschrieben und mir eine Freundin empfohlen, die alternative Naturheilverfahren anbietet. Und so haben wir Carolin Hempel (http://alternativetiermedizinoberberg.wordpress.com/) kennen lernen dürfen. Aus einer Mail wurde ein Telefonat, aus einem Telefonat ein toller Termin und daraus wird hoffentlich eine Unterstützung für Charlie.

Zu unserem bisher ersten Termin besuchte Carolin uns zu Hause. Und ich kann es nicht anders beschreiben: Das war einfach klasse! Wir hatten aus meiner Sicht direkt einen Draht zu einander, Charlie fand Carolin super und wir haben eine gute Stunde über Charlie, sein Verhalten, die Anzeichen der Krankheit und mögliche Maßnahmen gesprochen. Carolin hat sich viel Zeit genommen, eine Menge Fragen gestellt und sich viele Notizen gemacht. Dass jemand genau so (positiv!) verrückt in seiner Analyse und Betrachtung ist, ist mir selten passiert. Und es war zu keinem Zeitpunkt unangenehm und ich habe nie eine Bewertung gespürt. Auch wenn ich darüber gesprochen habe, dass „Unfälle“ auf einem Fehlverhalten meinerseits beruhen, hat Carolin nicht bewertet oder gar verurteilt, was eine sehr gute Ausgangsposition für eine ganzheitliche Betrachtung ist. Denn in meinen Augen muss man aufrichtig und ehrlich sein und einem fremden Menschen einen intimen Einblick in sein Leben gewähren für eine solche Analyse. Gewohnheiten, Bindung aneinander, Verhaltensweisen, Aktion und Reaktion müssen klar dargestellt werden, um Charlie einzuschätzen und so erkennen zu können, wie man ihn unterstützen kann. Kurz: Ich habe Carolin vom ersten Moment an Vertrauen geschenkt.

Die nächsten Schritte werden sein, dass Carolin ein homöopathisches Mittel zusammen stellt, das Charlies Persönlichkeit stärken soll. Ihn hoffentlich noch weniger anfällig für Erschütterungen macht und es ihm ermöglicht, trotz aller Veränderungen sein sonniges Gemüt zu bewahren.

Ich bin der Überzeugung, dass uns Carolins Begleitung bereichert und werde darüber berichten, wie es in den kommenden Wochen und Monaten verläuft.

Charlie_Wiese

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