Eine neue Box für unser Auto

Als Charlie bei uns einzog, war Autofahren sein persönlicher Horror. Wochenlang habe ich mit ihm trainiert, bis er endlich freiwillig eingestiegen ist. Und bis heute war alles gut.
Bis heute.

Denn wir haben eine neue Box. Während unseres Urlaubs hat die Textilbox, die uns gute Dienste geleistet hat, den Geist aufgegeben und sich irreparabel verabschiedet. Also habe ich eine neue Box gekauft. Eine aus Kunststoff. Denn es ist mir einfach zu unsicher, die Hunde im Kofferraum ohne Box zu transportieren. Zwar haben wir ein Gitter, das an der Lehne der Rückbank angebracht ist und beide Hunde kennen das Kommando “Warte!“, wenn sich der Kofferraum öffnet, aber ich fühle mich trotzdem nicht wohl ohne Box. Ich stelle mir dann Dinge vor, die passieren könnten. Ich habe einen Unfall und jemand öffnet den Kofferraum und die beiden irren über die Straße. Oder unser Warte-Kommando funktioniert doch nicht und einer springt raus.
Nein, nein, wir BRAUCHEN eine Box. Ich brauche sie. Für meinen Seelenfrieden.

Und nach 2 Wochen ohne Box haben wir heute unsere neue Kunststoffbox abgeholt.
Charlie mag sie nicht.
Schönfüttern? Nö, der Herr nimmt in dem Ding keine Leckerchen.
Loben? Überhört er.
Kuscheln? “Ih, geh weg aus der Box, mit Dir ist es noch enger.“
Lis als erste reinsetzen? “Fahr mit ihr vor, ich laufe.“

Ich könnte heulen. Alles war so gut. Und dann habe ich mich für eine stabilere und langlebigere Box entschieden. Ernsthaft, das Textilteil ist nach einem Jahr Schrott. So eines kaufe ich doch kein zweites Mal!

Was nun? Ich habe eklige Leckerchenpaste in der Tube gekauft. Die mögen beide Hunde liebend gerne, wahrscheinlich, weil es ungesund und somit eine Seltenheit in unserem Haushalt ist. Die gibt es jetzt. Aber nur für Hunde, die mit mindestens 3 Beinen in der Box stehen. Nachdem Charlie zuschauen musste, wie Lis die tolle (eklige) Paste bekommen hat, hat er sich entschieden, eine Ausnahme zu machen und hat die Mindestvoraussetzung (3 Beine) mit Widerwillen erfüllt.

Das wird ein lustiger Abend. Die Tube. Die Hunde. Die Box. Und ich.

Ich gehe nochmal raus. Zum Training mit der Box und weil ich Fotos für den Blog machen will. Kofferraum auf. Kommando “Hopp!“ zum Springen in den Kofferraum. Klappt. Charlie balanciert gekonnt auf dem schmalen Stück VOR der Box, findet sie weiterhin doof. Springt wieder raus.

Okay. Ich bin ihm geistig überlegen. Denke ich. Leine dran. “Hopp!“. Erneuter Balance-Akt vor der Box. Ich wedele mit dem Arm um ihn herum in der Box mit der Paste. Er macht einen lange Hals in die Box und ich bin mir sicher, er lacht mich aus.

Von vorne. Dieses Mal die Tube mit der tollen (ekligen) Paste in die hinterste Ecke der Box gelegt. Offen natürlich. Er setzt die Vorderpfoten hinein. Kommt an die Tube und macht mir eine lange Nase.
Ich überlege, einfach seinen Hintern hinein zu schubsen. Aber nein, das wäre nicht zielführend. Für den Moment schon, aber nicht für den Lernerfolg.

Ich nehme die Tube weg. Jetzt gibt es erst etwas, wenn 4 Beine in der Box sind. Ich lass mich nicht wiederholt ausspielen. Wieder “Hopp!“ und voller Enthusiasmus das bekannte Kommando “Box!“. Er schaut mich an. Balancierend vor der Box.
Okay, diskutieren wir. Ich zeige die Tube. “Box!“. Er legt den Kopf schief. Ich rieche provokativ an der (ekligen) Tube, mache “hmmmm“ und sage “Box“. Weniger enthusiastisch.
Lis hat die Schnauze voll, springt am Kofferraum hoch und will in die Box. Ich hebe sie rein. Sie darf aus der Tube haben, so viel sie will. Charlie schaut zu. Legt den Kopf in die andere Richtung. Versteht. Geht in die Box, setzt sich und will die Leckerchenpaste haben. Bekommt er!
Ich darf sogar die Box schließen und durch das Gitter füttern.
Das war es für heute, wir werden sehen, wie es morgen früh läuft, wenn wir mit dem Auto und der Box zur Arbeit fahren wollen. Ich habe noch so eine Tube. Ich bin vorbereitet.
image

Advertisements

4 Gedanken zu “Eine neue Box für unser Auto

  1. Ja, so eine Transportbox ist nicht unpraktisch.
    Ein Freund von mir hat zwei Katzen, die sowohl Autofahren als auch zugehörige Transportboxen verabscheuen. Er hat die Boxen ins Wohnzimmer gestellt und eine weiche Decke reingelegt. Jetzt liegen die Katzen auch manchmal einfach so drin und wenn er zum Tierarzt muss, gibt es keinen Stress mehr 😉 (andererseits kann man Katzen auch nur schwer Kommandos beibringen. Daher hat er sie eben ausgetrickst)

    Gefällt 1 Person

    • Das habe ich mit der ersten Box versucht. Habe Sie ins Arbeitszimmer gestellt. Ergebnis war: Charlie mied das Arbeitszimmer, Lis lag darin in der Box und genoß die Ruhe. Man darf Charlie einfach keine Alternative lassen, zumindest, wenn es um Dinge geht, die er nicht gerne macht. 🙂

      Gefällt 1 Person

  2. Pingback: Der Ausbrecherkönig / Das schnelle Ende der Autobox | dreipunktecharlie

  3. Pingback: Liebster Award die Zweite | dreipunktecharlie

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s