Ein neues Bett

Ich habe mit ein neues Bett gekauft. Also wirklich eines für mich, kein Hundebett, ein Menschenbett. Zugegeben, die Hunde werden es wahrscheinlich auch nutzen, aber in erster Linie soll es für mich sein.

Dieses neue Bett habe ich gestern (mit Unterstützung) im Schlafzimmer aufgebaut. Es ist etwas größer als das alte Bett und steht zudem noch anders im Raum. Keine einfache Veränderung für einen erblindenden Hund. Natürlich waren beide Hunde beim Aufbau dabei, keine Frage. Es war also klar und absehbar, dass sich im Schlafzimmer etwas verändert.

Der Aufbau mit Hunden war amüsant. Lis kennt es, dass ich Möbel aufbaue und zeigt sich nicht mehr sonderlich beeindruckt. Charlie hatte aber bisher noch nicht die Ehre, an größeren Aktionen teilzunehmen. Außer einem Bücherregal hat er noch keine Aufbauten mitbekommen. Er war also entsprechend neugierig und aufgeregt, als wir eine Menge Kartons ins Haus schleppten. Er liebt es, Pappe zu zerfetzen und war glückselig, als er ein Stück Karton ganz alleine für sich haben durfte! (Das hat für mich den Vorteil, dass ich Altpapier-Tonnen-geeignete Stücke erhalte.) Und auch ansonsten ist er mittendrin statt nur dabei gewesen. Ich habe dadurch gelernt, dass es nicht von großer Intelligenz zeugt, weiße Möbel im Beisein eines schwarzen Hundes aufzubauen. Nur Sekunden nach dem Auspacken waren an allen Teilen schwarze Haare, obwohl ich vorher das Zimmer gesaugt hatte.

Ich war also während des Aufbaus der Überzeugung, Charlie bekommt mit, dass hier etwas neues, großes im Schlafzimmer steht. Da es zu diesem Zeitpunkt auch noch hell war, vermutetet ich sogar, dass seine Restsehkraft ausreicht, um es visuell wahrzunehmen. Um ganz sicher zu gehen, bin ich das Bett mit ihm abgegangen, als es fertig aufgebaut war. Einmal darum herum und zurück.

Ich habe ihn zu seinem Körbchen im Schlafzimmer geführt, das nun ca. einen halben Meter von der gewohnten Position entfernt steht. Es war also anzunehmen, dass er eine grobe Orientierung hat und sich zurecht finden könnte. Dachte ich und ließ die beiden Hunde vor dem Zubettgehen nochmals kurz nach draußen.

Danach haben wir uns dann Bett-fertig gemacht (Halsband aus, Leckerchen als Betthupferl und was man so tut) und sind ins Schlafzimmer gegangen. Charlie voraus. Schnell voraus.

Sandra hinterher. Später am Lichtschalter als Charlie im Zimmer.

Bumm.

Er hat das Bett gefunden. Mit dem Kopf voraus.

Es scheint Euch gemein erscheinen, aber ich musste wirklich lachen. Lachen erscheint mir übrigens angebrachter als Schreck oder Panik, er soll lieber denken, dass so ein Unfall erheiternd ist, als dass ich seinen Schrecken verstärke.

Charlie schüttelt sich, hält kurz inne, schnuppert an dem Bett, scheint sich zu erinnern, geht daran vorbei zu seinem Schlafplatz. Steht wieder auf, geht an den Rand des Bettes, schnuppert erneut. Ich denke stolz „Er prägt sich jetzt den Standort ein, damit das nicht nochmal passiert.“.  Doch weit gefehlt: Er setzt zum Sprung an und landet zielsicher mitten im Bett. Dreht sich um die eigene Achse, scharrt die Überdecke zusammen und lässt sich zufrieden seufzend fallen.

Das neue Bett ist akzeptiert.

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3 Gedanken zu “Ein neues Bett

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