Dolcefarniente

Wie ich bereits berichtete, war ich vergangene Woche auf Geschäftsreise und die beiden waren dabei. Ich liebe es, dass sie so unkompliziert sind und ich sie überall mitschleppen kann. Es ist zwar umständlicher für mich, mit dem Auto zu fahren anstatt zu fliegen, aber dafür habe ich sie dabei und kann die Freizeit auf solchen Reisen mit ihnen gemeinsam verbringen. Zum Glück waren alle Termine so entspannt, dass die Hunde entweder dabei sein durften (sie liegen dann in einer Ecke auf der Decke und fallen kaum auf) bzw. war das Wetter stellenweise so schlecht, dass sie im Auto warten konnten.

Seitdem wir keine Box mehr im Auto haben (treue Leser kennen die Story), findet Charlie Autofahren übrigens noch besser und auch lange Strecken sind kein Problem. Die meiste Zeit schlafen die Hunde während der Fahrt. Wenn wir Pausen machen, entfernen sie sich beide nicht gerne weit vom Auto – als würde es ohne uns weiterfahren! Wir laufen dann ein paar Minuten, trinken etwas und dann geht es auch schon weiter. Sehr entspannt.

Im Hotel waren die Beiden auch herzlich (!) willkommen und selbst im Restaurant gern gesehene Begleitung! Das erwähne ich deshalb so explizit, weil Italien lange Jahre als nicht besonders Hunde-freundlich bekannt war, das hat sich aber geändert und man trifft mittlerweile überall Italiener mit Hunden, wie es bei uns auch üblich ist. Die meisten Hotels, Cafes, Restaurants und sogar Geschäfte reagieren außerordentlich nett, wenn man freundlich fragt, ob man seinen Hund mit hineinbringen darf. (Noch freundlicher übrigens, wenn man wie ich, den Satz auf gebrochenem Italienisch stammelt.) Und mit Charlie und Lis ist es auch denkbar einfach: Wir fragen, treten ein und die beiden erobern Herzen im Sturm! Beide setzen oder legen sich, verhalten sich ruhig und unauffällig. Sobald sie dann angesprochen werden, übernimmt Charlie die Führung und nimmt Kontakt zu der Person auf. Legt den Kopf schief, wedelt, lässt seinen ganzen Charme spielen. Und es funktioniert! Überall bekamen wir Wasser und teilweise Leckerchen angeboten und haben uns wirklich wohl gefühlt.

Die Abendstunden haben wir dann zum Entspannen und Spazieren genutzt, an einem Tag konnte Charlie sogar im Gardasee plantschen. Natürlich habe ich uns immer ein Plätzchen gesucht, an dem die beiden auch mal freilaufen und sich austoben konnten, aber besondern gefallen haben mir persönlich die Spaziergänge durch die kleinen Gassen des Ortes. Auf einem Spaziergang haben wir einen kleinen Mix-Rüden kennen gelernt, der zwar ein Halsband trug, aber ansonsten unbegleitet war. Er begrüßte uns freundlich, fand Gefallen an uns und hat uns ein ganzes Stück des Weges begleitet. Gerade, als ich dachte, dass 3 Hunde auch nicht so schlecht seien und er wirklich zu uns passt, bog er ab und verschwand ohne ein Wort. Charlie und ich haben ihm noch lange hinterher geschaut… (Lis hat, so glaube ich, erleichtert aufgeatmet, als er weg war.)

Kurzum, sobald ich frei hatte, haben wir das Dolcefarniente unheimlich genossen. Bei Regen haben wir auf überdachten Terrassen gesessen und den Tropfen zugeschaut, bei Sonne haben wir es uns in ebendieser gemütlich gemacht. Und ich habe es doppelt genossen, nämlich nicht nur das gute Wetter, sondern auch meine Beiden. Einen Abend war es noch schön warm und ich entschied, noch ein Weilchen an den Pool auf die Liegewiese zu gehen. Die beiden bekommen dann ein Plätzchen im Schatten, ich eines in der Sonne. Ich lese, Lis schläft und Charlie beschäftigt sich entweder mit Spielzeug oder den Menschen, die ihn ansprechen. Die Beiden sind mittlerweile so entspannt, dass ich sogar Schwimmen gehen kann und sie bleiben an ihrem Platz liegen. Hatte ich letztes Jahr noch Sorge, Charlie springt mir in den Pool hinterher, so binde ich ihn heute nicht einmal mehr an. Er weiß, dass ich zurück komme und passt derweil auf unsere Sachen auf.

Und so war die Reise für uns nicht nur Arbeit, sondern wir hatten ein paar wirklich schöne Stunden! Das haben sich die beiden aber wirklich verdient, als Bürohunde leisten sich schließlich tagtäglich eine ganze Menge.

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2 Gedanken zu “Dolcefarniente

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