Was brauchen meine Hunde wirklich?

Am vergangenen Wochenende führte ich ein bereicherndes Gespräch, das mich auf Umwegen zu der Frage brachte „Was brauchen meine Hunde wirklich?“

Charlie und Lis kommen beide von der Straße. Das Leben bei mir ist also im Vergleich zu ihrem Ursprung der pure Luxus. Sie haben zu Hause mehrere Schlafplätze, warm, weich, kuschlig, mit zusätzlichen Decken, so verteilt, dass sie immer an meinem Leben teilnehmen können. Sie gehen mit ins Büro, sind nur stundenweise alleine und haben sonst einen Hundesitter, der zu uns nach Hause kommt. Wir gehen nicht nur regelmäßig ausgiebig spazieren, wir machen auch gemeinsame Ausflüge. Hochwildpark, Zoo, Meer, Siebengebirge, die Liste ist lang. Sie werden regelmäßig gekämmt, Körperpflege durch mich steht wöchentlich auf dem Plan. Sie erhalten eine medizinische Betreuung, falls nötig, werden homöopathisch begleitet, falls nötig, und meine Hausapotheke für die beiden ist größer als die für mich.

Das Futter-Thema war natürlich auch für mich ein solches, sie bekommen naturbelassene Kausnacks, Leckerchen und Futter nur ohne künstliche Aromen, ohne Zusatzstoffe, ohne Konservierungsmittel und ohne Zucker mit einem nachweislichen Fleischanteil ohne Abfälle aus der Tierverwertung (Ich hoffe, ich habe nichts vergessen. 😉 )

Kaufe ich für die beiden ein – natürlich im Fachhandel – und sehe etwas Tolles, wie ein neues Spielzeug, ein Halsband oder eine schicke Leine, dann bereitet es mir eine große Freude, es kaufen zu können. Von Außen betrachtet entsteht wahrscheinlich der Eindruck, dass die beiden total verwöhnt sind und ich sie als Kindersatz betrachte.

Würde ich abstreiten, dass die Beiden auch Kindersatz sind, würde ich lügen. Aber die Betonung liegt hier auf „auch“. Ich bin mir durchaus bewusst, dass die Beiden Hunde sind und entsprechende Ansprüche und Bedürfnisse haben. Ich weiß, dass Charlie keinen Wert auf ein neues Halsband legt und Lis wahrscheinlich auf dem alten Kissen ebenso gut gebettet ist, wie auf einem neuen. Aber es bereitet mir Freude. Und neben der Verantwortung, die ich für die Beiden übernommen habe, ist die Freude die in meinen Augen wichtigste Komponente in unserem Zusammenleben. Ich kann noch so ausgiebige Spaziergänge machen, wenn ich mich auf diesen nicht mit Charlie und Lis beschäftige, sie nicht auslaste, dann sind sie danach trotzdem unzufrieden. Sie haben Freude daran, wenn ich mit ihnen spiele, sie beschäftige. Es bereitet ihnen Freude, wenn sie Zuwendung durch mich erfahren. Und mir bereitet es Freude, wenn es ihnen gut geht und ich sie verwöhnen kann.

Doch was benötigen Charlie und Lis wirklich von alldem, das sie bei mir bekommen?

Ich denke, die Bedürfnisse der Beiden lassen sich in zwei Kategorien einteilen: körperliche und soziale Bedürfnisse.

Zu den körperlichen Bedürfnissen gehören Wasser, Futter, Auslauf, Auslastung, Gesundheit und Fitness, ausreichend Schlaf und Ruhephasen, ein warmes Dach über dem Kopf.

Zu den sozialen Bedürfnissen zählen für mich in erster Linie Kontakte zu anderen Hunden (Charlie mehr, Lis weniger), verlässliche Bezugspersonen, ein Rückzugsort, Gesellschaft, Körperkontakt, Zuspruch, Geborgenheit, aber auch Individualität – also einfach mal „Hund sein“ dürfen.

Ich lebe in der Annahme, dass ich, wenn ich diese Bedürfnisse artgerecht und ausreichend befriedige, auch durchaus über das Ziel hinaus schießen darf. Es mag sein, dass ich anthropomorphisiere, wenn ich ihnen Dinge kaufe, die weder sie noch ich brauchen oder Ausflüge mit ihnen mache, die man normalerweise mit Kindern macht. Aber erleiden sie dadurch einen Schaden? Ich denke nicht. Und ich bin überzeugt davon, dass ich ihre Grundbedürfnisse kenne und diese natürlich immer Priorität haben. Denn beide gehören nicht zu der Sorte Hund, die in einer sündhaft teuren Tasche durch die Gegend getragen werden. Charlie und Lis machen sich im Wald schmutzig, toben und rennen und dürfen Hund sein. Und damit bereiten sie mir eine wahnsinnige Freude. Die dazu führt, dass ich ausgeglichen und glücklich bin. Denn das ist es, was sie im Zusammenleben mit mir am Meisten benötigen: Eine ausgeglichene Halterin, die alle ihre Bedürfnisse zuverlässig und regelmäßig erfüllt.

Advertisements

6 Gedanken zu “Was brauchen meine Hunde wirklich?

  1. Ach, da sind Hunde und Kinder sich doch eigentlich ganz ähnlich, oder? Einem Kleinkind ist auch egal, ob du ihm einen Second-Hand-Strampler oder einen Designer-Strampler von Gucci kaufst. Hauptsache es wärmt. Und solange das gegeben ist, ist es total ok 😀

    Gefällt 1 Person

  2. Hallo Sandra,
    mein kleiner Racker kommt erst in ein paar Tagen zu mir nach Hause, trotzdem wartet schon die ganze Palette auf Ihn. Bettchen, Decke, Handtuch, Halsband etc. etc…….Ganz klar, ich habe deutlich mehr gekauft, als was Murphy wirklich brauchen wird, einfach weil es mir gut gefallen hat. Keine Sorge, ich bin mir auch bewusst, welche Bedürfnisse ein Hund wirklich hat und werde alles geben um dem gerecht zu werden. Viele Dinge die man seinem Hund geben kann, sind ohnehin unbezahlbar. ♡ Aufmerksamkeit, Liebe, Zeit, Auslauf, Spiel, Beschäftigung, Streicheleinheiten…
    Liebe Grüße
    Tanja & (bald) Murphy

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s