miDoggy Weihnachtsaktion “magic power”

miDoggy stellte die Frage: „Was würdet Ihr in der Welt verbessern wollen, wenn es Euch erlaubt wäre, Ihr “magic power” hättet?“

Hintergrund dieser Frage ist Jane Goodalls Interview für den Film „Human„. Sie spricht unter anderem darüber, was sie mit der „magic power“ anfangen würde. Für mich ein guter Anlass, sich mit der Idee auseinander zu setzen. 

Ich gestehe, ich bin ein Idealist, was solche Themen betrifft. Ich hoffe irgendwie, dass jeder einzelne bei sich selber anfängt und über die Summe der kleinen Dinge alles in Bewegung gerät. Ich würde niemals erwarten, dass jemand vegetarisch oder vegan lebt. Aber vielleicht kann ich mein direktes Umfeld ein klein wenig dazu animieren, weniger Fleisch zu essen. Weniger dem Konsumwahn zu erliegen, nicht nur jetzt an Weihnachten. Sicher, ich konsumiere auch. Hier ein Halsband für Charlie, dort eine Autofahrt, ein neues Kleidungsstück, ich führe ein klassisches Konsumenten-Leben. Aber ich versuche immer wieder, nachhaltig zu sein. Nicht wahllos oder sinnlos zu konsumieren. Sondern mit Herz und Verstand. Zu Weihnachten verschenke ich Dinge wie den Kinderstern oder den Charity Pot, da die meisten Menschen in meinem Umfeld keine echten Wünsche mehr haben außer denen, die ich nicht erfüllen kann. (Für Gesundheit, Weltfrieden und ähnliche Wünsche bin ich leider nicht zuständig.)

Und dann stolpere ich über die Idee der „magic power“. Würde ich Gesundheit, Weltfrieden und ähnliches erfüllen? Und jetzt kommt der Knackpunkt: Ich denke nicht. Nicht, weil ich diese Wünsche nicht nachvollziehen könnte. Oder sie nicht sogar für richtig halten würde. Aber wäre es nicht anmaßend, wenn ich glauben würde, dass ich mit „magic power“ all unsere Probleme lösen würde? Würde Weltfrieden den Hunger auf der Welt beenden und es müsste kein Kind, Mensch, Tier mehr leiden? Wohl eher nicht. Würde Weltfrieden vor Kinderehen und Missbrauch schützen? Wohl auch nicht. Würde Weltfrieden allen Menschen den Zugang zu Bildung ermöglichen?

Es mag vielleicht sehr sonderbar erscheinen, aber ich will keine „magic power“ haben. Denn damit würde man vielleicht etwas verändern können, aber nicht die Menschen zu einer Einsicht bringen. Also wünsche ich mir statt „magic power“ lieber mehr Empathie. Empathie für alle! (Da schlägt der Idealist durch!) Mehr Empathie könnte in meinen Augen zu einer Veränderung führen. Und das muss dann auch wieder nicht im Großen oder Ganzen passieren. Sondern wenn jeder von uns seinen Mitmenschen gegenüber (noch) empathischer wäre. Mal im Stress des Alltags Luft holt und die alte Dame von Nebenan begrüßt. Die aussortierten Halsbänder des eigenen verwöhnten Hundes spendet. Oder Decken. Mal ein paar Euro in die Sammelbüchse der Obdachlosenhilfe wirft. Mit OxfamUnverpackt Schulbücher verschenkt statt Blumen zum Muttertag. Auf eine Autofahrt verzichtet. Nicht wegschaut, wenn jemand in der Bahn angepöbelt wird. Eben diese kleinen Dinge.

Jane Goodall sagt in dem Interview „You can be yourself with a dog.“ Ein Satz, den ich gut nachvollziehen kann, der aber in mir den Wunsch auslöst, dass jeder zu jedem Zeitpunkt der sein können sollte, der er ist. Sich nicht verstellen muss. Die Freiheit (finanziell, räumlich, kulturell, gesellschaftlich) hat, sich zu entfalten. Was ist das Besondere, dass es uns ermöglicht, bei Hunden so zu sein, wie wir sind? Die Frage kann ich für mich gut beantworten…

Ich bin bei Charlie und Lis unverfälscht, weil sie bedingungslos empathisch sind. Sie spüren, wie es mir geht. Sie lassen sich von meiner Stimmung anstecken oder versuchen, mich mit ihrer anzustecken. Sie sind unvoreingenommen, offen und zugänglich. Sie leben einfach. Es gibt keine Fassade zu wahren, keinen Status, der wichtig ist. Es gibt eine Handvoll einfacher Regeln und Grundbedürfnisse, wenn diese erfüllt sind, ist alles pures Leben und Glück. Wenn sie es warm und schmerzfrei haben, satt sind, Bewegung und Gesellschaft haben, sind sie zufrieden. „Verletze mich nicht, töte mich nicht und behandele mich mit Respekt“ sind wohl die Regeln, die sie für das Zusammenleben formulieren würden. Ich glaube, nicht mehr und nicht weniger.

Und das macht es so einfach. Sie erwarten keine Bestleistung von mir. Ihnen ist egal, ob ich Jeans, Kleid oder einen Sack trage. Sie erwarten respektvollen, aufmerksamen Umgang. Das ist alles. Ich kann nichts falsch machen und bin einfach immer so, wie ich gerade sein will.

Ich gehöre zu den unglaublich glücklichen Menschen, die diese Einstellung auch im Familien- und Freundeskreis wiederfinden. Ich habe eine sehr respektvolle, aufmerksame und empathische Umgebung. Das erleichtert mein Leben ungemein! Und ich wünsche mir, dass alle Menschen, Tiere, Lebewesen einen solchen Umgang erleben können.

Gerne erweitere ich Janes Aussage etwas: „You can be yourself with a dog. And you should be yourself with everyone.“

Ich wünsche mir keine „magic power“ für mich. Sondern einfach, dass jeder ein klein wenig umdenkt, verändert und mitfühlt. Das ist mein Weihnachtswunsch.

power

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6 Gedanken zu “miDoggy Weihnachtsaktion “magic power”

  1. Philosophisch zum Mittwoch. 😉
    Das hast Du wunderschön geschrieben.
    Mir fällt dazu mein Lieblingsweihnachtsfilm „Der kleine Lord“ ein. „Jeder sollte mit seinem Leben die Welt ein wenig besser machen.“ Das hat mich schon als Kind beeindruckt. Und so versuchen wir zu leben.
    Materiell treffen wir inzwischen fast jede Entscheidung bewusst. Auch wenn es eine Entscheidung gegen eine ökologische Alternative ist, ist diese bewusst aus anderen Gründen getroffen und wandert auf eine Wunschliste, was wir gerne ändern würden. Zum Beispiel Fleisch für die Hunde. Unser Budget lässt im Moment kein Biofleisch zu, aber wir planen das zu ändern, sobald sich die Situation ändert.
    Jeder kann durch seine Entscheidungen so viel bewegen und hat als Einzeler weit mehr macht, als die Meisten glauben.
    Ich glaube, wir haben alle unsere eigene Form einer Superkraft in uns.
    Herzliche Grüße
    Stephie

    Gefällt 2 Personen

    • Ich bin davon überzeugt, dass jeder eine Superkraft in diesem Zusammenhang hat! 🙂 Und ich glaube fest, dass es sich lohnen kann, sich mal die eigenen Hunde als Beispiel zu nehmen. Lebensfreude, Wohlbefinden, Mitgefühl, Zusammenhalt, das sind die Dinge, die ich so an ihnen bewundere und versuche zu auf mein Verhalten zu übertragen.
      Und mein neuestes Beispiel seid ab sofort Ihr: Ich klaue die Idee mit der Wunschliste. 🙂 Aufzuschreiben, was man ändern möchte, macht das Ziel in meinen Augen greifbarer. Danke für den Tipp! 🙂
      Liebe Grüße
      Sandra mit Charlie und Lis

      Gefällt 1 Person

      • Gerne. Wir hatten in den letzten Jahren Probleme, die uns zwangen den Gürtel phasenweise bis auf das letzte Loch zu schnallen (14 Monate Mietausfall+Räumungsklage+Sanierung der Wohnung im Anschluss und das ist nur eins, das Schicksal wollte uns auch aus anderen Ecken testen). Außerdem haben wir uns beide bewusst für Jobs entschieden, die kein großes Geld bringen, aber seelische Zufriedenheit. In dieser Zeit haben wir oft überlegt, wie schön mal wieder Essen gehen oder wegfahren wäre. Oder endlich wieder unsere Biokiste, oder endlich Holzboden im Wohnzimmer. Oder Solarzellen auf dem Dach, oder, oder, oder. Und so entstand die Idee, alles aufzuschreiben und wenn sich das Budget vergrössert gemeinsam zu überlegen, wofür es ausgegeben wird. Mal Essen gehen oder Urlaub verlor so auf einmal an Bedeutung und Reiz, andere Dinge rutschten immer wieder höher.
        Egal, was noch kommt, den Wunschzettel werden wir beibehalten. Er gibt uns Klarheit und das gute Gefühl, die richtige Entscheidung für unser Geld getroffen zu haben.

        Gefällt 1 Person

  2. Ja, manchmal verändern schon die kleinen Dinge. Einfach mal jemandem die Tür aufhalten, an der Kasse vorlassen oder dem Restaurant-Personal/beim Friseur/bei der Sushi-Lieferung etwas mehr Trinkgeld geben. Damit kann man jemandem den Tag retten! Und es bringt einem selbst auch gute Laune 🙂

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