Nicht viel los…

Kennst Ihr das? Irgendwie ist man den ganzen Tag lang beschäftigt, hat aber trotzdem nichts „Berichtenswertes“ erlebt? Im Moment leben Charlie, Lis und ich den puren Alltag. Wir gehen arbeiten, befolgen unsere Rituale und gehen den klassischen Freizeitbeschäftigungen wie Menschen-Freunde-treffen nach. Keine Vorfälle, Unfälle oder Glücksfälle. Ein schönes, gleichbleibend monotoner Rhythmus. Darüber will ich mich auch überhaupt nicht beschweren, wir genießen es, wenn das Leben so dahin plätschert. Zumindest meistens. Doch wie sieht unser plätscherndes Leben eigentlich aus? Gerne geben wir Euch im Folgenden einen kleinen Einblick.

Morgens stehen wir wie gemeinsam auf. Charlie ist sofort wach, wenn der Wecker klingelt, Lis bewegt sich nur auf Aufforderung. Sie ist ein Langschläfer. Wir frühstücken, ich mache mich bereit für den Tag und dann fahren wir ins Büro. Auf dem Weg dorthin ein Stop im Wald, morgendliche kurze Runde. Charlie und Lis sind Bürohunde, „dogs with jobs“.

Lis Job besteht im Wesentlichen darin, den ganzen Tag zu schlafen. Im Alter schläft sie locker 20 Stunden am Tag. Wir kommen also im Büro an, Lis nimmt eine bequeme Schlafposition (Für sie!)  ein und bewegt sich bis zur Mittagspause nicht. Manchmal schnarcht sie, manchmal halte ich sie für tot und schaue nach, ob sie noch atmet. Für die Mittagsrunde steht sie auf, danach schläft sie weiter bis Feierabend.

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Charlies Job ist Entertainment. Er begrüßt jeden Kollegen persönlich. Liegt in meinem Büro, vor der Türe oder im Großraumbüro davor und achtet darauf, dass niemand schlechte Laune bekommt. Bahnt sich eine Diskussion an oder erhebt jemand die Stimme (es reicht ein schallendes Lachen) ist Charlie sofort zur Stelle und schaut nach dem Rechten. Zwischendurch macht er eine Runde durch das Büro, holt sich die ein oder andere Zuwendung ab, schaut, ob es allen noch gut geht und legt sich wieder hin. Gehe ich in unsere Produktion, läuft er mit und begrüßt wieder jeden Mitarbeiter freundlich, den wir treffen. Er schläft, vor lauter Begrüßen und Zuwendung verteilen, höchstens drei Stunden am Tag. Denn selbst wenn er liegt und ruht, hat er immer ein Ohr für das, was in seinem Umfeld geschieht.

Charlie im Büro

Um die Mittagszeit wird Charlie unruhig. Im Winter gehen wir dann die einzige Runde bei Tageslicht, die meistens etwas ausgedehnter ist, als im Sommer. Im Sommer machen wir die große Runde abends, wenn es kühler ist. Verschiebe ich die Pause mal um eine halbe Stunde, wird der Herr nahezu quengelig, er besteht auf seinen pünktlichen Auslauf. Ziehe ich mir dann die Jacke an und greife nach der Tasche, flitzt er zur Türe und freut sich wie ein Schneekönig.

Unsere Mittagsrunde machen wir auch meist im Wald. In der näheren Umgebung unseres Arbeitsplatzes gibt es einige schöne Runden und wir haben den Luxus, ganz nach Lust und Laune wählen zu können. Wobei wir aus schöner alter Gewohnheit meist die Runden wählen, auf denen wenig los ist.

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Danach arbeiten wir pflichtbewusst weiter bis Feierabend. Lis schläft, Charlie unterhält sein Umfeld. Dann geht es ab nach Hause, Abendessen und Haushalt warten auf uns. Je nach Laune sind wir noch verabredet oder auch nicht. Zum offiziellen Tagesabschluss gibt es noch eine nette Abendrunde bei uns im Dorf und danach ist Ruhezeit angesagt. Lesen, Schlafen, Kuscheln, was uns gerade einfällt. Vollkommen unspektakulär.

Diese Woche waren wir abends zum Kaffeeklatsch bei einer Freundin. Für uns ist es selbstverständlich, dass die Hunde dabei sind und zuerst auf der Wiese ein wenig toben können (Charlie und sein Kumpel, Lis verzichtet.), bevor sie dann am Kaffeeklatsch teilnehmen. Das sieht dann üblicherweise so aus:

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Die Wochenenden sind etwas abwechslungsreicher, da wir größere Ausflüge machen oder Besuch vom FT-F bekommen oder eben diesen besuchen. Aber grundsätzlich befinden wir uns derzeit in einer eher ruhigen Gangart und haben keinen besonders vollen Terminkalender. Schaue ich mir da andere Hundehalter an, die regelmäßig Agility, Mantrailing oder sonstige Aktivitäten mit Hund praktizieren, komme ich mir regelrecht langweilig vor. Meine Hunde haben weder feste Termine noch besondere Aktivitäten, sie nehmen einfach am Leben teil und wir führen kleine Trainingseinheiten oder gemeinsames Spielen eher nach Lust und Laune durch. Manchmal frage ich mich in solchen Phasen, ob Charlie und Lis genug Abwechslung bekommen. Dann führe ich mir vor Augen, dass unsere Spaziergänge abwechslungsreich und ausgedehnt sind und bestimmt bald wieder aufregendere Zeiten kommen. Sobald das Frühjahr vor der Türe steht, es heller und freundlicher wird. Dann erwachen wir aus unserem Winter-Rhythmus und erkunden wieder voller Tatendrang neue Gebiete!

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8 Gedanken zu “Nicht viel los…

  1. Bei uns sieht es ähnlich aus. Wir sind auch nirgends angemeldet und machen nach Lust und Laune das wonach uns gerade ist. Manchmal zweifel ich auch, ob das nicht zu wenig ist. Gerade wenn ich mal wieder in diversen Hundeforen unterwegs bin und dort lese, was für Tagesprogramme (fast schon Arbeitsprogramme) viele Hunde haben. Das würde ich wohl schon alleine von der Zeit und Kraft her nicht hinkriegen. Ich mache mich damit zum Glück nicht mehr lange verrückt, wie viel andere Halter mehr mit ihren Hunden machen und bin mit unserem Alltag zufrieden. 🙂

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