Es kommt anders, als man denkt…

Im letzten Beitrag ließ ich mich noch darüber aus, wie ruhig und unspektakulär es bei uns zur Zeit zugeht. Wie dumm von mir, ich weiß doch, dass man die Dinge weder beschreien noch das Schicksal herausfordern darf. Und promt kommt es, wie es kommen muss. Lis hat seit kurzem eine „Verdickung“ am Unterkiefer links. Anfangs unauffällig, jetzt reagiert sie teilweise mit einer Schmerz-Reaktion, wenn man darauf drückt. Also feste drückt, nicht nur anfasst. Ansonsten hat sie keine Probleme damit, sie frisst und trinkt normal, hat keine weiteren Auffälligkeiten. Doch es nützt ja nichts, wir müssen das Abklären lassen. 

Also waren wir bei unserem Tierarzt, der Lis von erster Stunde an kennt. Ich halte viel von ihm, er hat einen tollen Umgang mit den Hunden, ist alternativen Methoden gegenüber aufgeschlossen, wartet lieber ein, zwei Tage ab, bevor er eine Behandlung beginnt und macht mich mit seinen Behandlungen nicht arm. Lis war in ihrem Leben dreimal auf seinem OP-Tisch, zweimal wegen eines Kreuzbandrisses, den er selber operieren konnte. Und einmal wegen einer Zahnsanierung im vergangenen Jahr. Besonders ist für mich, dass alle in der Praxis sehr liebevoll mit den Hunden und mir umgehen. Die Hunde werden namentlich begrüßt, gestreichelt, geherzt, ihre Eigenheiten sind bekannt. Ich darf bei OPs vor Ort bleiben, meine Hunde in die Narkose begleiten und auch beim Aufwachen anwesend sein. Was mein Herz erwärmt, ist wie Frank (unser Tierarzt) Lis auf dem Arm hält, wenn sie in der Narkose ist. Ein Baum von einem Kerl, der 8 kg Straßenhund an seine Brust presst und mit den Armen vor dem Übel der Welt abschirmt!

Wie Euch sicherlich nicht entgangen ist, ist Lis nicht unbedingt ein Menschenfreund und noch weniger ein Männerfreund. Sie hat wohl einen Erfahrungsschatz als rumänischer Straßenhund, der ihr zu besonderer Vorsicht und starker Abwehr rät. Und obwohl Lis anfangs eine Katastrophe (Ehrlich!) auf dem Behandlungstisch war und sich gewehrt hat wie der Teufel, wenn Frank sie anfassen wollte, musste sie niemals einen Maulkorb tragen. Frank hat mir immer vertraut, dass ich sie einschätzen kann. Dass ich entscheiden kann, ob sie beißen wird oder nur auf „starken Mann“ macht. Und wir sind nie enttäuscht worden. Lis geht heute immer noch nicht gerne zu Frank, vertraut ihm aber so weit, dass er sie anfassen und behandeln kann, ohne dass sie knurrt oder fletscht.

Als wir nun wegen dieser Veränderung am Kieferknochen in die Praxis kamen, ging alles sehr schnell. Charlie bekam Leckerchen und durfte alle anwesenden Tierärzte und Praxishelferinnen begrüßen, dann kam Lis schon auf den Behandlungstisch. Nach einer kurzen Kontrolle meiner Erstdiagnose, Frank tastete nur ab und schaute ins Maul, sprach er sofort ein Röntgen an. Das habe ich bei ihm noch nie erlebt. Als Lis die Ohrspeicheldrüse entzündet hatte, stand als böser Zweitverdacht ein Tumor im Raum. Frank empfahl damals aber, erst antibiotisch zu behandeln und ein paar Tage abzuwarten, ob es sich bessert oder nicht. Erst dann wollte er röntgen, was zum Glück nicht notwendig wurde, da sich die Diagnose „entzündete Ohrspeicheldrüse“ als richtig erwies. Er ist definitiv der Typ Tierarzt, der nicht sofort röntgt und auch niemals Panik verbreitet.

Und genau der Typ Tierarzt empfahl ein kurzfristiges Röntgen. Nicht so schön. Das löst bei mir eher Unbehagen aus. Ich schätze an Frank, dass er so ruhig ist, immer vom besten Fall ausgeht. Wenn er das nicht tut, gefällt mir das nicht. Wir entschieden, sofort zu Röntgen und auf eine Narkose zu verzichten. Lis liegt ruhig, wenn man es von ihr erwartet und die Auffälligkeit liegt unten am Kiefer, so dass man ohne Maulsperre ein gutes Ergebnis des Bildes erhoffen konnte. Wir marschierten zu Viert in den Röntgenraum, Frank, eine Helferin, Lis und ich. (Ok, ich gebe zu, das stimmt nicht: Lis marschierte nicht, ich hielt sie auf den Armen, fest und als würde ich sie zur Schlachtbank führen.) Charlie blieb mit einer weiteren Helferin im Behandlungszimmer, verwöhnt mit Streicheleinheiten und Leckerchen. Frank erklärte mir, in welcher Haltung Lis auf dem Tisch sein sollte, aus welcher Perspektive wir die Bilder, zwei an der Zahl, brauchten und schon legten wir los. Ich brachte Lis in Position, Frank prüfte und legte Hand an und wir machten in Rekordzeit die gewünschten Bilder. Ich bin so stolz auf meine kleine Ratte, dass sie ruhig liegen blieb und auch den Kopf in der Position belassen hat, in den ich ihn gebracht habe! Und das ganz ohne weiteres Festhalten, es ruhte nur Franks Hand auf ihren Schultern. Kein Druck, kein Stress, brauchbares Bildmaterial.

Und obwohl das Bildmaterial aussagekräftig ist, hilft es mir nicht weiter. Der Kieferknochen an sich ist in Ordnung. Die Veränderung als solche ist ein „wolkenartiges Gebilde“, kann sowohl ein Knochentumor als auch eine tumorähnliche Läsion sein. Da der Kieferknochen keine Auffälligkeiten zeigt, wäre ein bösartiger Tumor zumindest nicht in einem fortgeschrittenen Stadium. Es kann also durchaus die tumorähnliche Läsion sein oder ein Backenzahn, der zu einer Zahnfistel geführt hat. Wobei das eher unwahrscheinlich ist, da diese Fisteln meist am Oberkiefer unterhalb des Auges entstehen. Also haben wir keine sichere Diagnose.

Welche Optionen bestehen, die Diagnose abzuklären? Naheliegend ist eine OP. Lis ist geschätzt mindestens dreizehn, vierzehn Jahre alt, sie ist im zwölften Jahr bei mir. Mute ich ihr eine OP am Kiefer zu? Langwierige Wundheilung, ungünstige Stelle, schlecht zu verbinden. Sie wird Probleme beim Fressen und Trinken haben. Schmerzen. Und wie viele Fälle fallen mir spontan ein, in denen ein Tumor nach der OP gestreut hat und der Hund recht schnell verstarb? Sollte ich sie dieser Belastung aussetzen, nur um Gewissheit zu haben? Sie hat im „Normalbetrieb“ keine Schmerzen. Kaut und frisst alles. Geht altersgemäß, aber glücklich, durchs Leben. Bin ich ein schlechter Hundehalter, wenn ich nicht sofort zu einer OP neige? Ist es besser, abzuwarten, wie es sich entwickelt? Ob sie dauerhafte Schmerzen bekommt, ob es sich verändert?

Unser Tierarzt hat vorgeschlagen, erst einmal mit Cortison und Antibiotika zu behandeln, falls es doch eine Fistel sein sollte. Und in dieser Zeit (10 Tage) soll ich nachdenken, was ich möchte.

Was möchte ich? Dass es Lis gut geht. Dass ich mir niemals Vorwürfe machen muss, zu viel oder zu wenig getan zu haben. Dass sie nicht leidet. Dummerweise gibt sie mir keine Antwort, wenn ich sie frage, was wir tun sollen. Sie kann auch ihren Zustand nicht beschreiben, ich muss mich darauf verlassen, dass das, was ich aus ihrem Verhalten lese, annähernd richtig ist.

Ich denke an die Epuliden zurück. Die haben wir gut in den Griff bekommen. Wir haben nicht operiert. Seit Jahren hat sie einen Knubbel an der Milchleiste, den wir beobachten, aber nicht operiert haben. Der Knubbel wächst nicht und stört offensichtlich nicht. Sollte ich mit der Veränderung am Kiefer genau so umgehen? Abwarten, wie es sich entwickelt?

Gestern habe ich sie erst mal verwöhnt. Carpaccio und Parmesan, kuscheln im Bett. Etwas mehr Luxus als sonst. Sie hat ein gutes Leben, dass ich ihr noch angenehmer und exklusiver gestalten könnte. Damit sie eine noch bessere Zeit hat. Und dann mal schauen, was passiert.

Ich schrecke mich einfach davor, ihr die Lasten der OP aufzubürden. Sie ist eine alte Dame und steckt das nicht mehr locker weg. Versage ich ihr dadurch eine Behandlung?

Egal wie ich entscheiden werde, es hat den Hauch von „Gott spielen“. Das gefällt mir nicht. Ich würde es lieber mit ihr ausdiskutieren. Sie fragen, wie es ihr geht, was sie möchte. Anstatt sie anzuschauen und ihren Blick zu interpretieren, ihre Körperhaltung und ihr Verhalten. Denn wenn ich danach gehe, ist sie ein Hund, dem es gut geht. Auch wenn sie quietscht, wenn ich fest auf das Ding am Kiefer drücke, denn das Leckerchen danach kaut sie mit der gleichen Begeisterung, wie sie es tat, bevor das Ding da war.

Baue ich also darauf, dass sie zur Zeit keine andauernden Schmerzen leidet, dass sie das Leben genießt, und warte ab? Mache ich den schönst-möglichen Lebensabend und hoffe, richtig entschieden zu haben? Sobald ich an die OP denke, muss ich an den Rüden einer Freundin denken. Der hatte einen Knoten, der sowohl Fettknubbel als auch Tumor hätte sein können. Man entschied sich zur OP, das Ding war bösartig, streute super schnell und kurze Zeit später ging er seinen letzten Gang. Keine moderne Legende, sondern vor ein paar Wochen hautnah miterlebt. Solche Erfahrungen trüben meine Entscheidungen, Angst krampft sich in meinem Bauch zusammen. Ich will nicht, dass Lis in den Nachwehen einer OP ihre letzten Tage oder Wochen verbringt. Sie hat es verdient, mit einem lauten Knall zu gehen! Nicht leidend und ein Schatten ihrer selbst. Wenn sie gehen muss, soll sie eine „Abschiedstournee“ bekommen, mit Ausflügen ans Meer, tausend guten Speisen (Sie liebt Schalentiere und Meeresfrüchte.) und viel Sonne im Herzen.

Ich hoffe, dass die medikamentöse Behandlung anschlägt und all meine Sorgen unbegründet sind. Oder dass das Ding nicht weiter wächst und so verharrt, wie der Knubbel an der Milchleiste. Das würde bedeuten, dass wir noch Jahre vor uns haben.

Was ist die richtige Entscheidung, wenn man verantwortlich für ein Lebewesen ist? Was ist fair? Angemessen?

lis

Tag nach dem Röntgen. Rute hoch, selbstbewusster Gang. Ich finde, sie macht einen guten Eindruck.

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32 Gedanken zu “Es kommt anders, als man denkt…

  1. Oh je, die arme Lis… Letztendlich kannst nur du allein die Entscheidung für euch treffen. Wenn ich mir das so durchlese, würde ich es wohl genauso wie du machen – erst einmal abwarten und schauen, wie es dann ist. Wahrscheinlich würde ich auch nicht operieren. Wie du schon sagst, eine OP ist eine große Belastung und ob es dann besser wäre…

    Ich wünsche dir viel Kraft für die Entscheidung, ein gutes Bauchgefühl und drücke euch die Daumen, dass Cortison und Antibiotika anschlagen.

    Liebe Grüße
    Nicole

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    • Liebe Nicole,
      Danke Dir für Deinen Zuspruch und fürs Daumendrücken! 😀
      Das sind leider Entscheidungen, die viele Hundehalter treffen müssen und mir fällt sie besonders schwer. Aber nun hoffen wir erst mal auf die medikamentöse Behandlung.
      Liebe Grüße
      Sandra mit Charlie und Lis

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  2. Liebe Sandra,
    hast du denn Lis schon gefragt?
    Wenn man aufmerksam zuhört, bekommt man manchmal Antworten.
    Ansonsten habe ich auch schon eine Entscheidung gegen eine (Knochen)Tumor-OP getroffen und könnte Dich sehr gut verstehen, wenn Du es ebenso tust.
    Gerade das macht Dich zur guten Hundehalterin. Nicht alles um jeden Preis wollen, nur weil es möglich ist.
    Allerdings würde ich noch mal klären, ob es nicht vielleicht auch die Möglichkeit einer Biopsie gibt oder ob im Ultraschall das besser zu erkennen wäre, da gerade Weichteile dann besser dargestellt werden. Dein Frank könnte dich dafür ja in eine Klinik überweisen. Denn so, wie er sich anhört, hat er dafür wahrscheinlich die Geräte ebenso nicht vor Ort, wie meine Tierärztin.
    Ich denke an Euch und wünsche Lis, dass die Medikamente anschlagen und die Abschiedstournee in ferner Zukunft liegt.
    Herzliche Grüße
    Stephie

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    • Liebe Stephie,
      ich frage sie quasi ohne Unterbrechung. Sie kann meinen fragenden Blick schon nicht mehr ertragen. 😉
      Die Biopsie ginge auch nur in Narkose und birgt leider das Risiko, dass ein Nerv in der Nähe der Stelle liegt. Und der könnte beschädigt werden. Ein Ultraschall kann Frank machen, ich werde ihn darauf ansprechen. Er hat einen OP, in dem er grundlegende Sachen durchführen kann, für alles andere schickt er uns ggf. in die Klinik Duisburg, da waren wir schon in der Augenklinik mit Charlie, um Franks Diagnose PRA bestätigen zu lassen.
      Aber gut, im Moment heißt es erst mal abwarten, wie die Medis wirken. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass sie zu einer wundersamen Heilung führen. 🙂
      Liebe Grüße
      Sandra mit Charlie und Lis

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  3. Liebe Sandra, ich glaube, im Herzen hast Du Deine Entscheidung schon getroffen. Und auf das Herz muss man hören. So einen Tierarzt hätte ich übrigens auch gern … Alles Gute für euch alle!
    Heidi & Panini

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    • Liebe Heidi,
      Danke Dir für die lieben Worte! Auch wenn mein Herz eine Richtung kennt, so bleibt die Frage, ob es für Lis das Richtige ist. Und die treibt mich zur Zeit noch um.
      Gerne gebe ich die Adresse von Frank weiter, bin mir aber nicht sicher, ob Köln für Euch in Reichweite liegt. 😉
      Viele Grüße
      Sandra mit Charlie und Lis

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  4. Oh wei! Das ist eine verzwickte Situation!
    Wie Heidi schon schrieb klingt es für mich auch als wenn Du schon tief in Dir eine Entscheidung getroffen hast.
    Man sollte gut abwägen was man einem Tier noch zumuten kann…
    Ich weiß! Wir haben gut reden… wir stecken auch gerade nicht in so einer Situation wie Du!
    Aber ich denke Du wirst die richtige Entscheidung für Euch treffen!!!! Ganz bestimmt!

    Wir drücken Euch auf jeden Fall alle verfügbaren Daumen und Pfoten und wünschen Euch alles alles Liebe und Gute!!!!!

    Ganz liebe Grüße
    Steffi mit Ren & Stimpy

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    • Das ist sehr lieb von Euch, danke!
      Es hilft ja schon, dass hier kein Sturm der Entrüstung ausbricht, weil ich darüber nachdenke, nicht operieren zu lassen. Meine größte Sorge ist, dass jemand oder ich selber mir mal vorwerfe, nicht genug getan zu haben.. Dabei hänge ich so an der Maus.
      Und das „gute Reden“ hilft mir sehr. 🙂 Ich habe ja bewusst Fragen gestellt, um Feedback zu bekommen. Also, nochmals danke!

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      • Ich denke jeder verantwortungsvolle und liebende Hundehalter kann Deine Sorgen verstehen!
        Man sollte abwägen in welcher Situation wieviel Lebensqualität gegeben ist! Keine einfache Entscheidung… Aber die Bürde haben wir Hundehalter für unsere Fellnasen auf uns genommen.. Ich mag auch nicht daran denken falls es bei uns mal so weit sein sollte…
        Und so eine OP ist für einen Hundekörper in dem Alter auch echt anstrengend! Und oft auch sehr traumatisch. Von daher, hör auf Dein Herz und Deinen Bauch! Und auf Lis! Sie wird Dir auch „sagen“ was das Richtige ist!

        Liebste Grüße

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      • Ich sage es ja immer wieder, auch in anderen Kommentaren auf anderen Blogs und ich werde nicht müde, es zu sagen: Deine Entscheidung geht niemanden etwas an! Kein Mensch hat das Recht, Dir reinzureden oder zu urteilen. Und schon gleich überhaupt keine Menschen, die Dir nicht einmal nahestehen. Du trägst die Verantwortung für Deinen Hund, das mag manchmal schwer wiegen, aber es sollte auch befreien. Denn jede medizinische Entscheidung ist etwas, was nur Dich und Deinen Hund angeht. Aber nicht irgendwen da draußen. Ich bin sicher, Du bist stark und wirst die beste Entscheidung treffen. Liebe macht stark.

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  5. Dank Internet und Pseudonym bin ich ja anonym und kann daher offen berichten, dass es mir ähnlich geht.
    Man hat vor einigen Jahren schon bei einer Vorsorgeuntersuchung eine „Unregelmäßigkeit“ auf dem Ultraschall festgestellt und vermutete einen Tumor. Ich wurde zu einem weiteren Arzt zur Zweitmeinung gesendet und der meinte, von Aussehen her wäre es kein bösartiger Tumor und er würde daher nicht zur OP anraten, sondern lieber alle 6mon via Ultraschall auf Veränderungen prüfen. Aber die Entscheidung, ob ich operieren lasse oder nicht, läge ganz alleine bei mir.
    Die Gedanken, die ich danach hatte, decken sich etwa mit denen, die du hast: Wenn es gutartig ist, ist eine OP – die mich eine Zeitlang außer Schach setzt, Schmerzen, Wunden, Narben, ggf. Komplikationen in Form von Infektionen, Folge-OPs, etc. erzeugt und mich vielleicht auch temporär hilfsbedürftig macht, völlig unangebracht. Wenn es aber irgendwann doch bösartig werden sollte, würde ich mir aber sicherlich in den Hintern beißen, dass ich es nicht habe früher entfernen lassen.

    Von daher kann ich dir zumindest sagen: Lis als Betroffene direkt fragen zu können, würde dir sicherlich auch nicht mehr Antworten geben. Denn auch sie kann nicht in die Zukunft schauen und sehen, wie eine OP verliefe bzw. wie es ohne OP weiterginge.

    Ich glaube, ich persönlich habe mich indirekt für das „Zwischending“ entschieden: Ich gehe artig alle 6mon zur Vorsorge (und mittlerweile habe ich auch nicht mehr so eine Angst davor, wie die ersten Male, wo noch unklar war, ob es vielleicht zwischenzeitlich gewachsen ist) und höre, ob mir mein Arzt nun zur OP rät oder nicht. Solange es sich nicht verändert und sich auch weiterhin still verhält, werde ich es erst einmal aufschieben. Ich werde in einigen Jahren ggf. sowieso operiert werden und überlege, das dann zusammenmachen zu lassen. Bis dahin bin ich aber weiterhin entscheidungsunfreudig und schiebe es – wenn nicht gerade Vorsorgetermin ist – weit von mir weg.

    Von daher kann ich dir erstmal nur wünschen, dass es vielleicht durch die Medis weggeht… *drück*

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    • Wow. So offene und ehrliche Worte. Dafür kann ich Dir überhaupt nicht genug danken.
      Eine Entscheidung zum „Zwischending“ klingt für mich sehr nachvollziehbar. Sorry, aber ich bin ganz überwältigt von Deinem Kommentar und kann gerade nicht besonders intelligent oder wortgewandt antworten. Also bleibt es bei einem aufrichtigen Dankeschön.

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  6. Das tut mir von Herzen leid für Lis und euch. So schnell kann sich das Blatt wieder wenden … 😦 Hoffentlich ebenso bald wieder zum Guten!
    Meine 12jährige Katzendame, musste ich letzten Herbst zum 2. Mal an der Brustdrüsen-Leiste operieren lassen. Auch die verbliebenen Brustdrüsen hatten sich entzündet. Die Tumore sollten raus. Zum Glück war sie auch diesmal fit genug für diesen Eingriff und sie hat ihn hervorragend überstanden. Eine Weile bekam sie mit ihrer Wunde und Hilfsbedürftigkeit ganz viele Extra-Aufmerksamkeiten, welche sie sehr genoss und schon längst ist sie wieder fast so fit wie ein junges Kätzchen. Ich bin froh, dass ich sie nicht mehr mit diesem besorgtem Blick ansehen muss. Nur manchmal ein ganz kleines Bisschen.

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      • Ich mag es nicht wahr haben, dass sie nicht mehr meine „Kleine“ ist. Für mich ist sie keine alte Dame. Bei dem Gedanken wird mir ein wenig Angst und Bange.
        Im Winter war sie dann noch einmal beim Tierarzt vorstellig, weil sie (auch zum 2. Mal? Wackelpudding-Beine bekam. Wahrscheinlich eventuell wieder ein epileptischer Anfall. Bei ihr musste die Vollnarkose zum Röntgen sein. Meine Lady dreht durch beim Tierarzt. Noch nicht einmal ich durfte sie beim letzten Mal auf dem Behandlungstisch berühren.
        Da bin ich ganz schön beeindruckt von Lis, dass sie sogar ihren Kopf auf eine bestimmte Art und Weise still hält. So eine Vollnarkose muss ja auch erst einmal verkraftet werden.

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      • Merkwürdigerweise sind unsere Miezen nach einem Tierarzt-Besuch nicht böse auf uns und scheuen auch nicht den Käfig bzw. die Transportbox für ein Nickerchen. Nach solch einem überstandenen Ausflug sind sie sogar noch verschmuster an uns dran. Dann sind wir wohl doch die Retter in der Not und nicht die bösen Verräter. 😉

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  7. Ach je…. das tut mir leid. Wir wünschen eine gute und schnelle Besserung! Macht euch in den 10 Tagen in Ruhe darüber Gedanken. Ich bin mir sicher, dass ihr euch richtig entscheidet und das Beste für Lis möglich macht.

    Irgendwann werde ich auch in so eine Situation kommen und ich muss ehrlich zugeben, dass ich mich davor fürchte. Mir wird es wie dir gehen. Leider können unsere Hunde nicht in dem Umfang mit uns reden, wie wir es mit ihnen tun.

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  8. Pingback: Verwöhnprogramm | dreipunktecharlie

  9. Guten Abend,

    Ich bin zwar gerade erst Hundehalterin seit 2 Wochen, aber mich hat dein Artikel sehr tief berührt und ich kann mir vorstellen, dass ich an deiner Stelle genau solche Zweifel hätte.
    Aber ich glaube ich würde auch eher gegen die OP tendieren. Ich denke auch das Lis dir genug vertraut um dir zu zeigen, wenn sie Schmerzen hat oder etwas mit ihr nicht stimmt. Und Hunde verstehen nicht warum sie opperiert werden müssen es ist ein großer Stress und du beschreibst ja auch wie ungern sie sich behandeln lässt. Ich an deiner Stelle würde ihr lieber die schönsten Tage der Welt machen und wenn sie geht, sie mit Liebe zu verabschieden.
    Leben enden und wenn dein Tierarzt dir nicht dringend zu der OP rät, würde ich deinem Gefühl vertrauen. Du bist ihre Bezugsperson und hast jetzt über ein Jahrzehnt immer die beste Entscheidungen für sie getroffen und ich denke dass du sie auch diesmal treffen wirst.

    Trotz allem drücke ich natrlich auch die Daumen, dass es sich alles nur in wohlgefallen auflöst.
    Wir denken an dich. Carina und Darline mit Taiyou.

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