Liebster Award 2017 – 11 Fragen, 11 Antworten

Unsere erste Nicht-Nominierung! Unser absoluter Lieblingsblog The Pell-Mell-Pack (Sorry an alle anderen tollen Blogs, aber nur dort gibt es den unglaublichen Enki.) hat uns ausdrücklich nicht nominiert, aber so verdammt gute Fragen gestellt, dass wir diese trotz der Nicht-Nominierung beantworten! (Wahrscheinlich ist die Nicht-Nominierung umgekehrte Psychologie und wir sind darauf reingefallen.)

Und nun die wirklich ausgefallenen Fragen von Stephie, Luna, Enki, Paula und dem Katzentier:

„„Ich sach ma’…“ Welche rhetorische Frage oder Redewendung lässt es Euch eiskalt den Rücken runter laufen und nervt Euch so sehr, dass ihr in die Tischkante beißt?“

„Das haben wir schon immer so gemacht.“ Mein Hass-Satz. Egal in welcher Situation, ob während der Arbeit, privat oder in Bezug auf Hundeerziehung. Menschen, die immer den gleichen Abläufen folgen, ohne diese in Frage zu stellen und auch noch voller Stolz dazu stehen. Am liebsten sind mir diese Typen, wenn der Ablauf nachweislich keinen Sinn ergibt, umständlich und nicht zielführend ist. Und wenn man sich dann traut zu fragen, warum das so ist, kommt meine liebste Antwort. In Köln lautet die mundartlich „Hammer immer su jemaat!“  und die bringt mich wirklich zur Weißglut.

„Ich kann keine Milchpackungen öffnen, ohne Milchspritzer auf mir und um mich herum zu verteilen. An welcher Alltagsaufgabe verzweifelst du mit zuverlässiger Regelmäßigkeit?“

Ich trinke keine Milch, sonst wäre das wahrscheinlich meine Antwort. So muss ich gestehen, dass mich alle Dosen mit Öffnungslasche zur Verzweiflung treiben. Ich bin weder in der Lage, die Lasche unfallfrei nach oben zu ziehen, noch dann damit den Deckel gleichmäßig von der Dose zu entfernen. Es gibt zwei Möglichkeiten: Ich reisse die Lasche ab und öffne die Dose mit einem Dosenöffner. Das ist die sichere Variante. Dann folgt die, die nachweislich schon zu blutigen Unfällen geführt hat: Ich habe es geschafft, die Lasche anzuheben, platze vor Stolz und ziehe mit einer völlig falsch eingeschätzten Kraft den Deckel von der Dose. Im Überschwang der Gefühle natürlich viel zu schnell und heftig, der Deckel fliegt geradezu von der Dose und schneidet mir in die Finger.

„Welche Marotte hat Dein Hund, die dir mit Regelmäßigkeit Herzchen in die Augen treibt?“

Charlie: Sobald ich morgens die Augen öffne (OK, häufig weckt er mich!), steht er wedelnd neben dem Bett und freut sich einfach, dass wir beide wieder wach geworden sind.

Lis: Hält sich für einen Rottweiler oder ein ähnlich großes Kaliber. Und genau in dieser Manier verteidigt sie Charlie und mich bis aufs Blut. Egal, wie groß der Gegner ist und in welcher Zahl er auftritt.

„Enki ist distanzlos und eine Katastrophe auf vier Pfoten. Welche Charakterisierung deines Hundes hörst Du immer wieder – die natürlich gar nicht stimmt, nie nimmer nie nicht?“

Charlie: Ist leider auch völlig distanzlos. Was ich als kuschelig, anschmiegsam und total niedlich empfinde, findet mein Umfeld manchmal befremdlich. Aber bitte, was ist befremdlich an einem Hund mit 52 cm Schulterhöhe, der auf den Arm möchte? Oder sich in meinem Schoß einrollt? Ich finde: Nichts.

Lis: Lis wird gerne als dominant bezeichnet. Weil sie uns verteidigt, eigenständig handelt und ich sie manchmal in ihrem Eifer bremsen muss. Ich finde, sie ist nicht dominant. Sie benimmt sich einfach nur wie die Queen. Und wer Elisabeth heißt, darf das!

„Gibt es ein Kleidungsstück, das du gerne anziehst, das aber ein Magnet für Hundehaare und Pfotenabdrücke ist? Wenn ja, was ist es und wie oft im Jahr führst Du es aus?“

Oh ja, mein schwarzer Kurzmantel aus einem etwas filzigem Stoff. Ich liebe ihn! Toller Schnitt, warm und einfach ein Evergreen. Leider zieht er Lis Haare magisch an und wenn ich den Mantel tragen möchte, muss ich 1. die Hunde zu Hause lassen. 2. Mit einer Kleiderbürste nach dem Verlassen des Hauses den Mantel ausbürsten. 3. Nach einer Fahrt in meinem Auto den Mantel wieder ausbürsten. Sonst kann ich ihn wirklich nicht tragen. Mittlerweile habe ich aber in diesem 3-Punkte-Verfahren eine gewisse Routine entwickelt und trage den Mantel sogar mehr als einmal im Jahr.

„Ich tanze mit Luna (und Enki um uns herum), Sandra tanzt mit Charlie. Welches Lied läuft bei Dir, wenn du Dein Baby aus der Ecke auf die Tanzfläche holst? Und war die Antwort jetzt real oder fiktiv?“

Das ist definitiv unsere Frage! Den Soundtrack hatten wir ja bereits einmal aufgelistet, als wir wirklich nominiert waren. Und unsere reale Antwort lautet:  Sheepdog von Mando Diao – In allen Versionen. Das „Yeah, yeah, yeah, yeah, yeah, yeah“ passt super zu Charlies 5 Minuten! Und sobald der Song bei uns läuft, wird Charlie nervös, steht auf und fängt an zu zappeln. Denn es ist klar: Jeden Moment lege ich mit der Tanzeinlage los und er muss natürlich bereit für seinen Part sein!

„Welches sind die Top Drei deiner Hundebücher?“

Wenn Hunde sprechen könnten… / Vilmos Csanyi

Ein Buch, das sowohl wissenschaftlich fundiert als auch von persönlichen Beobachtungen geprägt ist. Csanyi beschäftigt sich mit der Evolution der Caniden und schlägt den Bogen zum Familienhund. Ähnlichkeiten im Verhalten von Mensch und Hund, Bindung und Kooperation werden diskutiert und mit seinen Csanyis Erfahrungen mit seinen Hunden angereichert. Ein Buch, das mich sehr fasziniert und auch emotional berührt hat. Außerdem behauptet Csanyi, dass Tiere lügen können, ein Verhalten, dass ich bei Lis ab und an auch feststelle.

Die Pizza-Hunde / Günther Bloch

Verwilderte Haushunde in der Toskana, die Streit mit Wildschweinen haben. Wissenschaftlich beobachtet, Bloch behauptet, sie seien in ihrer verwilderten Natur das Bindeglied zwischen Wolf und Hund. Interessant zu lesen, ich stimme nicht in allen Punkten zu, mag aber die Beschreibungen des Verhalten des Rudels sehr.

Streuner! Straßenhunde in Europa / Stefan Kirchhoff

Tolle Fotos und Beobachtungen zu Straßenhunden. Beim Lesen habe ich mir vorgestellt, dass Charlie und Lis so gelebt haben, zumindest Lis, bevor sie in die Tötungsstation geriet.

„Gibt es eine Hundesportart, in der du mit Deinem Hund gerne Meister wärst – also ganz ohne Training, quasi magisch?“

Nein. Ich bin notorisch unsportlich und total unmotiviert, was jeglichen Sport angeht. Und die Dinge, die wir nicht können (Ich kann keinen Ball weit und gerade werfen. Charlie und Lis können keine Leckerchen fangen.), sind auch viel unterhaltsamer. Ich lache jedenfalls viel dabei.

„Was machst Du morgens nach dem Aufstehen als Erstes?“

Über unsere Rituale habe ich bereits berichtet. Während mein erster Kaffee läuft, bereite ich das Hunde-Frühstück vor. Ich falle aus dem Bett, stolpere in die Küche, schalte die Kaffeemaschine ein und greife nach den Näpfen. Jeden Morgen exakt der gleiche Ablauf, ich führe das wahrscheinlich alles im Halbschlaf aus. Zurück zur Kaffeemaschine, die mittlerweile aufgewärmt ist und den Kaffee anfordern. Während dieser läuft, hole ich das Frühstück für die beiden, fülle die Näpfe. Reiche es an die hungrigen Monster weiter, sobald Charlie Lis geweckt und in die Küche geholt hat und währen die beiden futtern, nehme ich den ersten Schluck Kaffee zu mir.  Wir stehen zu dritt in der Küche und genießen jeder auf seine Art: Charlie futtert langsam und genüßlich, Lis schlingt als gäbe es nie wieder Futter und ich spüre, wie der Kaffee mich wieder in einen Menschen verwandelt. Nach ein bis zwei Tassen bin ich dann sogar für Zweibeiner ansprechbar.

„Hat Dich schon mal etwas (Person, Buch, Film, …) so inspiriert, dass Du dein Leben umstellen wolltest oder es sogar getan hast? Wenn ja, wer oder was?“

Das Buch „Katzen würden Mäuse kaufen: Schwarzbuch Tierfutter“ von Hans-Ulrich Grimm. Ich habe es irgendwann in 2008 gelesen. Hielt ich bis zu diesem Zeitpunkt teures Futter aus dem Fachhandel oder vom Tierarzt für gutes Futter (Steinigt mich nicht!), so änderte sich meine Einstellung mit jeder Seite des Buches. Ich habe Lis Ernährung komplett umgestellt. Ein gutes Jahr später stellte ich dann fest, dass ich Lis besser ernähre als mich. Und daraufhin habe ich meine Ernährung umgestellt. So habe ich zwar nicht mein ganzes Leben umgekrempelt, weil ich dieses Buch gelesen habe, aber immerhin einen wichtigen Teilbereich im Leben der Hunde. Die Neuauflage des Buches steht auch immer noch auf meiner Wunschliste und ist bestimmt nicht minder spannend.

Ich hoffe, Euch haben unsere Antworten etwas unterhalten, mir haben die Fragen wirklich Spaß gemacht! Besonders die Bücher-Frage hat mich dazu angeregt, vor meinem Regal nochmals das ein oder andere Buch in die Hand zu nehmen und darin zu blättern. Was mochte ich an dem Buch? Was nicht? Das hätte ich ohne die Nicht-Nominierung wahrscheinlich nicht getan.

Und da wir nicht nominiert waren, werden wir dieses Mal einfach auch niemanden nominieren. Sollte sich jedoch jemand von Stephies Fragen ebenso inspiriert fühlen wie wir, freuen wir und The Pell-Mell Pack uns über Euren Beitrag!

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3 Gedanken zu “Liebster Award 2017 – 11 Fragen, 11 Antworten

  1. Liebe Sandra,
    vielen Dank! Das sind wirklich tolle Antworten.
    Über die Buchempfehlungen freue ich mich sehr. Ich kenne keines der Bücher. Aber ich komme nicht darüber hinweg, dass Du Deine Hunde direkt nach dem Aufstehen fütterst. Das dürfen meine auf keinen Fall lesen. Meine denken, Menschen funktionieren generell erst nach dem 2. Kaffee. 😂 Das ist zumindest der von Enki berechnete Zeitpunkt, ab wann die Frühstücksbestellung sinnvoll erscheint.

    Gefällt 3 Personen

    • Würde ich die beiden nicht nach dem Aufstehen füttern, würde Charlie sich wahrscheinlich vor die Kaffeemaschine werfen und mir den Zugang verwehren. Lächelnd übrigens, wenn es um seine Fütterungszeiten geht, ist er ein Sadist. Seine innere Uhr funktioniert prächtig und wehe, ich überschreite die Zeit um mehr als 15 Minuten! 🙂

      Gefällt 2 Personen

  2. Memo an mich selbst: Dosen und Konserven aller Art schaden Sandra und den Menschen in ihrer Umgebung… 😉
    Wobei ich das mit dem Laschen-Abriß nachvollziehen kann. Ich schaffe das auch bei Getränkedosen und bin dann immer kurz vor’m Weinkrampf, weil ich Angst habe, verdursten zu müssen (weil aus dem Wasserhahn ja auch nur begrenzte tausend Hektoliter Wasser kommen und dann ist schon Schluss!).
    Auch toll ist, dass man – je nachdem, was in der Dose drin ist – beim Abziehen der Laschendeckel total vollgespritzt wird, wenn der Deckel so nachfedert. Was ich schon für Zeug im Gesicht kleben hatte und dann total beläppert aus der Wäsche guggte, während mir der Deckel majestätisch an der Lasche am Finger baumelte…
    Ich weiß wirklich nicht, wieso unsere Vorfahren die Erfindung der Konserve so praktisch fanden…

    Gefällt 1 Person

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