Schlechte Angewohnheiten

Wir nehmen an der #30DayDogPhotoChallenge bei instagram und pinterest teil. Heute, am achten Tag, lautet das Thema „bad habit“. Im ersten Moment habe ich als liebender Hundehalter gedacht: „Charlie und Lis haben nur liebenswerte Angewohnheiten!“ Stimmt, aber von außen betrachtet sind einige dieser Angewohnheiten eher schlecht. 

Was ich mit den Jahren lieben lernte, stört andere manchmal und die finden es überhaupt nicht so putzig / ritterlich / unterhaltsam / verschroben wie ich. Also habe ich versucht, uns aus der Perspektive eines Dritten zu sehen und gebe zu, auch meine Hunde haben nicht nur tolle Angewohnheiten.

Lis mag keine erwachsenen Fremden (hauptsächlich Männer). Manchmal knurrt sie, manchmal bellt sie, manchmal fährt sie einen Scheinangriff (wenn jemand trotz Warnung unser Grundstück betritt und ähnliches). Ich kann diese Abwehr-Aggression verstehen und finde sie sogar manchmal ganz praktisch, das erspart mir Gespräche mit Bibelverkäufern, Stromablesern und dubiosen „Ich sammle für das Winterlager des Zirkus XY“-Menschen.  Was für mich eine angenehme, unerwünschte Menschen auf Abstand haltende, Angewohnheit ist, ist für Dritte eine schlechte Angewohnheit. Ich gestehe. Trotzdem lasse ich Lis in dieser Beziehung weitestgehend ihren Freiraum, sie muss nicht jeden mögen. Sicherlich beschütze ich Dritte vor ihr und würde niemals zulassen, dass sie ernsthaft angreift, aber ich lasse ihr auch diese Kommunikation ihrer Individualdistanz.

Charlies schlechte Angewohnheiten sind im Wesentlichen folgende: Im Weg liegen und jeden freundlich begrüßen wollen.

Charlie liebt es, in Durchgängen und wenn möglich mittendrin zu liegen. Das ermöglicht es ihm, alles zu kontrollieren. Ihm entgeht nichts, weil jeder an ihm vorbei muss. Das hält er besonders im Büro so. Blöde dabei ist, dass meine Kollegen dieses Verhalten bestätigen, immer, wenn sie an ihm vorbei gehen, haben sie ein nettes Wort und Streicheleinheiten für ihn übrig. Habe ich ihn am Anfang immer wieder auf seinen Platz geschickt, führte das zu regelrechten Protesten. „Der kann doch bei uns liegen bleiben!“ oder „Lass ihn doch, wir freuen uns!“.  Ich kämpfe also nicht nur gegen Charlies Durchhaltevermögen und seinen Charme, sondern auch gegen sechs Menschen, die ihn voll unterstützen.

Dieses im Weg liegen ermöglicht es ihm weiterhin, jeden Neuankömmling sofort zu bemerken. Öffnet sich die Türe zu unserem Büro, ist Charlie der Erste, der es mitbekommt und aufsteht, um den Besucher zu begrüßen. Mittlerweile wartet er aber wenigstens, bis einer von uns Menschen ebenso aufgestanden ist (Im Gegensatz zu Charlie liegen wir nicht, wir sitzen!) und mit ihm gemeinsam den Besucher begrüßt. Häufig haben wir sogar die Chance, vorher zu fragen, ob der Hund stört. Anfangs waren wir nicht schnell genug und Charlie noch nicht so entspannt. Da war Charlie dann schon beim Besucher, wedelnd, strahlend und wie unsere haarige Visitenkarte. Das ist er zwar heute immer noch, aber wir dürfen wenigstens den Gast zuerst begrüßen.

Auch das werden einige Menschen bestimmt als schlechte Angewohnheit empfinden. Da wir aber keine Laufkundschaft haben und Charlie einfach jeden mit seinem Charme überzeugt, habe ich irgendwann auch hier kapituliert. Er setzt so liebenswürdig und mit immerwährenden Wiederholungen seinen Dickkopf durch, dass ich mir viel zu streng vorkomme, wenn ich ihn ständig korrigiere. Ich bin ihm erlegen.

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18 Gedanken zu “Schlechte Angewohnheiten

  1. Ich kenne das auch, Lady hat so einige schlechte Angewohnheiten, aber böse sein funktioniert nicht lange, schon sieht sie mich an mit ihrem süßen Blick und alles ist vergessen. Tja, so ist das halt mit unseren Wautzis. LG Claudia&Lady

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  2. In Kombination stell ich mir das richtig geil vor: Ein (vermutlich männlicher) Mensch betritt die Szenerie, wird vom übermannsgroßen Kampfwolf Lis direkt mit dem Fadenkreuz anvisiert, die Person versucht verzweifelt zu fliehen und fällt über Charlie, der den Fluchtweg blockiert. Perfektes Alarmanlagensystem 😀 😀

    „Haarige Visitenkarte“ finde ich übrigens großartig!

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  3. Pingback: Gute Angewohnheiten | dreipunktecharlie

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