Ein Ausflug in die wilde Eifel

Die Ostertage haben wir in der Eifel verbracht. Umgeben von Wald, guter Eifel-Luft, lieber Familie und wilden Tieren. Für Charlie war es in mehrfacher Hinsicht ein Paradies, es gab viel zu entdecken, tolle Spaziergänge, einen aufregenden Ausflug und vor Allem: Kinder! Sein absolutes Lieblingsmädchen war nämlich bei uns und hat ihn das gesamte Wochenende unterhalten und verwöhnt.

Am meisten Spaß hatte Charlie definitiv auf einem großen gemeinsamen Spaziergang, bei unserem Ausflug in den Eifel-Zoo und der Ostereiersuche mit den Kindern. Die Wettervorhersage für das Osterwochenende war gelinde gesagt gruselig, es sollte regnen, kalt werden und schneien. Als wir bei strahlendem Sonnenschein in der Eifel ankamen, entschieden wir, umgehend einen Spaziergang zu machen und das gute Wetter zu nutzen, so lange es uns wohl gesonnen war. Wir drehten eine ausgiebige, schöne Runde bei Sonnenschein. Im Wald führte die Kleine Lis an der Leine, Charlie war bei mir. Als wir am Ende der Runde an einem großen Feld heraus kamen, durfte die Kleine mit Charlie „Stöckchen“ spielen. Sie wirft dabei den Stock (zwischen einigen Zentimetern und wenigen Metern) und Charlie sucht ihn. Das ging bestimmt 20 Minuten lang so und hat uns allen viel Freude bereitet. Vor allem, wenn Charlie nicht gehört hat, wohin der Stock gefallen ist und die Kleine ihm den Weg zeigen musste.

Zum Abschluss haben wir noch etwas „Nachlaufen“ auf dem Feld gespielt, die Kleine hat gebrüllt wie ein Monster („Wah! Waha!“) und ist hinter Charlie hergelaufen. Charlie bleib immer wieder stehen, ließ die Kleine rankommen, ging in die Vorderkörpertiefstellung, wartete ihr Monstergebrüll ab und lief dann wieder vor ihr weg. Wir waren danach alle erschöpft und zufrieden..

Eifel-Zoo

Ich habe eine zwiespältige Einstellung zu Zoos. Als Tierschützer und Tierliebhaber fällt es mir überhaupt nicht leicht, Tiere in Gefangenschaft zu sehen. Das gilt auch für den Eifel-Zoo, jedoch hat dieser einen besonderen Charme und ist vor allem Eines: ein Familienbetrieb. Eigenhändig aufgebaut, bis heute ohne öffentlich Fördergelder und mit viel Liebe geführt. Heimische Tierarten sind dort überwiegend zu sehen, Esel, Pferde, Kaninchen und wunderschöne Schnee-Eulen. Auch ein paar Exoten gibt es zu bewundern, am berühmtesten ist wohl Marlor. Lasse ich meine Gedanken zu artgerechter Haltung, einem Leben in Gefangenschaft und ähnlichen Kritikpunkten außen vor und lasse mich von der Freude anstecken, mit der die Kleine durch den Zoo tapst, kann ich einen solchen Ausflug wirklich genießen. Außerdem ist der Eifelzoo ein Stück weit ein Panoptikum, es gibt eine Miniaturlandschaft der Eifel, eine Zoo-Bahn, die durch das Wildfreigehege fährt und viele kleine „Altertümchen“, die sehenswert sind.

So machten wir uns also auf den Weg, drei Erwachsene, zwei Kinder und zwei Hunde. Gut gelaunt und zum Glück weiterhin vom Regen verschont. Ich war ein wenig aufgeregt, wie Charlie reagieren würde, da er bisher noch nie in einem Zoo gewesen ist. Lis kennt unter Anderem den Krefelder Zoo, sie ist geübt und nicht wirklich interessiert. Charlie kannte bisher nur den Hochwildpark Kommern, dort hatte er sich ganz gut angestellt und war leicht zu beruhigen gewesen. Doch ich hatte tatkräftige Unterstützung: Die Kleine führte Lis durch den Zoo und so musste ich mich nur um einen Hund kümmern. Wirklich ein toller Anblick: Die Kleine, die aufgeregt von einem Gehege zum nächsten läuft, neben ihr die tänzelnde Lis, die die private Führung zu genießen schien.

Nase an Nüster mit dem Esel, Auge in Auge mit dem Tiger

Charlie war erstaunlich entspannt. Er lief an der lockeren Leine (Das kann nur am neuen Brustgeschirr liegen!) neben mir und hatte die ganze Zeit über die Nase im Wind. Es ist interessant zu beobachten, dass er einen Unterschied zwischen großen und kleinen Tieren macht. An Gehegen, in denen er kleine Tiere wie Präriehunde oder Kaninchen wahrnahm, ging er ohne Probleme mit an den Zaun. Nahm er größere Tiere wahr, wie Esel, Pferde oder den Tiger, blieb er anfangs auf Abstand und wartete eher ab. Wir fütterten und streichelten mit der Kleinen zusammen Esel, Pferde, Ponys und Hirsche (Ich denke, es war ein Hirsch.) und verscheuchten gemeinsam freilaufende Gänse vom Weg. Es hat mich wahnsinnig gefreut, dass Charlie zu keinem Zeitpunkt eine Aggression zeigte und größtenteils sehr entspannt war. Selbst als Lis eine Gans anfauchte, die ihr zu nahe kam, bliebt Charlie locker und verstand die Aufregung nicht. Als wir die Esel fütterten, traute Charlie sich sogar ganz nah heran und ehe er sich versah, stupste der Esel Charlies Nase mit den Nüstern an. Ein Hund-Esel-Kuss. Charlie war äußerst verdutzt und schaute etwas entrüstet in Richtung des grauen Gesellen.

Nervös wurde er am Tiger-Gehege. Ich habe keine Ahnung, ob ein Tiger wie eine große Katze riecht, aber als der Tiger am Zaun vorbei striff und langsam Charlie und Lis beäugte, waren beide Hunde sehr aufgeregt. Der Tiger blieb einen Moment stehen und schaute in unsere Richtung, nahm die Witterung auf und straffte die Schultern. Dadurch fühlte Lis sich umgehend provoziert und sie schickte ein Knurren durch den Zaun. Da standen nun meine beiden Helden, Schulter an Schulter, Lis kampfbereit, Charlie unbedarft, und stellten sich der Großkatze. Lis war ein wenig stinkig, als ich weitergehen wollte, sie hätte gerne noch ein paar Boshaftigkeiten in Richtung Gehege geknurrt. Charlie hingegen war eher erleichtert, er scheint mehr auf heimische Tierarten zu stehen und machte den Eindruck, als wolle er nicht testen, wie sicher der Zaun ist.

Nach über zweieinhalb Stunden endete unser Zoobesuch und alle Beteiligten waren so müde, dass wir zu Hause erst einmal ein Nickerchen machten.

Die Ostereiersuche

Kein Ostern ohne Ostereiersuche, zumindest, wenn Kinder dabei sind. Die Kleine rannte freudestrahlend durch den Garten und suchte nach Nestern und Schokolade. Charlie und Lis verstanden die Aufregung zwar nicht, fanden es aber toll, als die Kleine ihnen die gefundene Schokolade strahlend vor die Füße legte. Charlie und Lis saßen nämlich strategisch günstig am Sammelpunkt und konnten so alle Schätze bewundern und bewachen. Zur Belohnung gab es später im Haus natürlich eine Kaustange, von der Kleinen persönlich überreicht.

Kind und Hund

Ich finde es toll, wenn Eltern ihren Kindern den richtigen Umgang mit Hunden beibringen und mir und meinen Hunden so viel Vertrauen schenken, dass wir so intensiven Kontakt haben dürfen. Ich bin unfassbar begeistert, wie entspannt alles gelaufen ist, vom Frühstück bis zum Abendessen über unsere Ausflüge. Die Kleine hat Charlie und Lis perfekt behandelt, ihnen Leine und Geschirr angezogen, sie gefüttert und verwöhnt.  Für ein Mädchen von zweieinhalb Jahren hat sie sich erstaunlich gut durchgesetzt, wenn Lis einmal nicht in ihre Richtung laufen wollte und hat Charlie toll in die Schranken gewiesen, wenn er zu wild wurde. Natürlich war immer jemand von uns und insbesondere ich in unmittelbarer Nähe, aber die Kleine hat ein tolles Talent, Situationen mit Tieren intuitiv zu managen. Als sie beim Frühstück Lis versehentlich erschrocken hat (Lis saß mit dem Rücken zu ihr und hat sie nicht gehört.), hatte sie sogar ein schlechtes Gewissen. Ich hatte ebenso ein schlechtes Gewissen, da Lis im Schreck von der Kleinen weg gesprungen ist und dabei einmal gebellt hat. Also haben wir uns ein paar Minuten später alle bei einander entschuldigt, Lis hat der Kleinen die Pfote gegeben und die Kleine hat dafür Lis ein Leckerchen in die Schnute gestopft.

Es bereitet Freude zu sehen, wie bereitwillig Lis sich von einem so kleinen Wesen führen lässt und wie viel Freude Charlie am Umgang mit der Kleinen hat. Saßen wir auf dem Boden und haben gespielt, war Charlie immer in unmittelbarer Nähe und hat bei uns gelegen. Hat sie ihn gestreichelt, hat er sich auf die Seite gerollt und sichtlich genossen. Ein wirklich rundum schönes Wochenende in der Eifel, voller Abenteuer, Freude und schönen Erlebnissen.

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6 Gedanken zu “Ein Ausflug in die wilde Eifel

  1. Beim Bild mit der Kleinen, Blumenkranz im Haar, Lis führend, musste sie doch direkt mal schmelzen…
    Bald fahren wir auch mal in die Eifel, da waren wir bisher noch nicht. In den Zoo wird sie uns wahrscheinlich leider nicht mitnehmen, wir sind nämlich nicht so souverän wie ihr bei anderen Tieren. Aber du hast uns auf eine tolle Idee gebracht – wir haben nämlich auch so eine Kleine, inklusive der tollen Eltern. Vielleicht fahren sie auch ohne Zoo mit uns hin. Kisses, Buddy

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