Ein Abenteuer

Über Pfingsten haben wir es uns gewagt: Kurzurlaub ohne Lis.  (Oder Kurzurlaub von Charlie und mir für Lis, je nach Sichtweise. ) Auf dem Plan standen eine Fahrt in den hohen Norden zu The Pell-Mell Pack und danach nach Berlin, um unter anderem Roe Rainrunner zu treffen.

Um nun allen Kommentaren vorzugreifen, die in die Richtung „Arme Lis, allein zu Hause“ gehen: Lis war durch Onkel Mick bestens versorgt, hat mit ihm auf Sofa und Bett gelegen, altersgerechte Spaziergänge gemacht, einen Pfingst-Schmaus gegessen und auch ein wenig zugenommen..

In dieser Gewissheit begaben Charlie und ich uns auf Tour durch Deutschland. Bestens gelaunt, die Sonne schien und wir waren voller Vorfreude auf unser Abenteuer. Die Fahrt in den Norden gestalteten wir entspannt, machten viele Pausen und waren viel auf Landstraßen unterwegs, um den Stress auf den Autobahnen zu umgehen.

Ankunft bei The Pell-Mell Pack

Am Nachmittag kamen wir sehr entspannt bei Stephi, Enki, Luna, Paula und Oskar an und wurden sehr herzlich empfangen. Zuerst stand eine kleine Runde mit Luna an, da Stephie Luna die Möglichkeit geben wollte, sich mit mir auseinander zu setzen, bevor ich ihr Haus betrete. Stephanie führte Luna souverän und völlig ohne Stress, so dass nach wenigen Minuten eine allgemeine Entspannung einsetzte und wir ableinten. Das Eis war gebrochen und wir gingen zurück zum Haus, um den Rest des Rudels zu begrüßen.

Die Wiedersehensfreude zwischen Enki und Charlie war wie erwartet groß! Wie Brüder, bei der Geburt getrennt. Toben, Spielen, Freude, Raufen. Zwischendurch ein wenig Pöbeln, wer der Stärkere ist, Nachlaufen mit Luna und gemeinschaftliches Wassertrinken aus einem Napf. Es ist herrlich, einfach in der Sonnen zu Sitzen und Zuschauer dieses Spektakels sein zu dürfen! Enki zeigte Charlie seine liebsten Buddel-Löcher im Garten, Luna führte beide Jungs vor, indem sie beim Nachlaufen Tempo machte und sie spielend abhängte.

Von Hunden und Katzen

Zur Fütterungszeit erlebte ich mein blaues Wunder: Oskar, der Kater des Hauses. Völlig ohne Scheu vor den Hunden, sehr zutraulich mir gegenüber und vom Verhalten her irgendwie hündisch. Als wir in die Küche gingen, um das Futter vorzubereiten, saß Oskar schon auf der Anrichte. Ich war wahnsinnig gespannt, wie Charlie reagieren würde, musste aber feststellen: Total unspektakulär. Es war, als würde er Oskar zwar wahrnehmen, aber sich nicht für ihn interessieren. Zwischendurch sprang Charlie mal an der Anrichte hoch, beschnupperte Oskar, den das herzlich wenig interessierte, und damit war das Thema „Katze und Hund“ erledigt.

Paula, die Rentnerin in Stephies Rudel, futtert alleine. Enki und Luna gemeinsam, Oskar ebenso alleine. In Ermangelung eines Platzes entschieden wir, dass Charlie mit Oskar futtern darf. Passenderweise haben beide ein ähnliches Fress-Tempo und fraßen total entspannt nebeneinander. Ich habe Bauklötze gestaunt!

Später aßen wir Zweibeiner zusammen zu Abend, Stephies Mann war inzwischen auch nach Hause gekommen und zu seinem Leidwesen gab es wegen mir vegetarisches Essen. Er hätte lieber einen Schnitzel-Salat bekommen, wie er mir sehr unterhaltsam erklärte. Den Abend verbrachten wir klönend auf dem Sofa mit einem Glas Wein, die Hunde entspannt und gemütlich bei uns. Ich fühlte mich wie in einem Film: ein gemütliches Landhaus, toll eingerichtet, ein Ofen im Zimmer, Hunde und Kater um uns herum drapiert, während wir Wein genießen.

Enki und Charlie lagen Pfote an Pfote und Enki schleckte immer wieder hingebungsvoll Charlies Ohren und seine Schnauze ab. Paradiesische Zustände!

Besser als Zuhause

Ich muss Stephie ein großes Kompliment aussprechen: Sie ist eine liebevolle, aufmerksame Gastgeberin, die ich mir nicht besser hätte wünschen können. Ihr Zuhause ist einladend, ansprechend und ich wurde total verwöhnt! Als ich ins Gästezimmer kam, war das Licht am Bett für mich eingeschaltet, damit ich mich orientieren kann, wenn ich die Deckenbeleuchtung ausschalte. Ein Wasser samt Glas standen bereit, eine Verlängerung zum Aufladen meines Handys lag neben dem Bett, ein Handtuchhalter mit Handtüchern stand bereit, für Charlie lag ein Fell vor dem Bett. Das Essen, das opulente Frühstück, die Fürsorge, die mir zuteil wurden – ich finde keine Worte dafür! Danke, liebe Stephie! Du hast neue Maßstäbe in Gastfreundlichkeit für mich gesetzt.

Ausflug an die Kiesgrube 

Nach einer äußerst geruhsamen Nacht bekam ich zuerst einen Kaffee und danach ein tolles Frühstück, das ich wirklich genossen habe!  (Charlie weckte mich nur ein paar Mal, um zu hinterfragen, ob die gehörten Geräusche in Ordnung seien. Knacken im Gebälk, Schritte auf den Treppen, das war ihm ein wenig umheimlich.)

Das Wetter hatte mittlerweile umgeschlagen und es sah sehr nach Regen aus, weshalb wir entschieden, zügig zum Spaziergang aufzubrechen. Stephie wollte mir eine abgelegene Kiesgrube zeigen, an der die Hunde Gelegenheit zum Freilauf, Schwimmen und Toben fanden. Während der Fahrt setzte dann leider der Regen ein, der immer stärker wurde und uns auf dem gesamten Spaziergang begleitete. Optimistisch hatten weder Stephie noch ich eine Regenjacke dabei und wurden mindestens genauso nass, wie die Hunde.

Die Kiesgrube ist wirklich toll, man spaziert durch „Dünen“ immer am Wasser entlang. Luna, Enki und Charlie rannten und tobten wie die Wilden. Ins Wasser hinein, wieder hoch auf den Weg, zurück zum Wasser, einmal im Sand wälzen, es war ein Hin und Her der Ausgelassenheit!

Nach dieser tollen Runde legten wir uns im Auto trocken und verabschiedeten uns voneinander, für Charlie und mich sollte es weiter nach Berlin gehen. Aber: Es war kein Abschied für immer! Wir werden uns mit Sicherheit wiedersehen. Und nicht nur zur Übergabe des Napfes, den ich bei Euch vergessen habe. Das war für mich übrigens eine Tour des Vergessens: Zuerst habe ich meine Kamera zu Hause vergessen, dann den Napf bei Stephie und in Berlin habe ich doch glatt vergessen, ein Parkticket zu ziehen.

Berlin

Hier besuchten wir Charlies FT-F und kamen am frühen Nachmittag gemütlich an. Eigentlich war ein größerer Ausflug geplant, den wir aufgrund des Wetters lieber absagten. So verbrachten wir den Sonntag mit einer großen verregneten Runde in Berlin, trafen Freunde und entspannten. Auffällig ist, dass Charlie viel ruhiger ist, wenn Lis nicht dabei ist. Er entspannt schneller, lässt sich nicht durch ihre Art anstecken und ist noch sanfter als sonst. Begegnen wir mit Lis zusammen anderen Hunden, kann es sein, dass Charlie sich von Lis Abneigung anstacheln lässt und an der Leine zieht oder in manchen Fällen pöbelt. Auf unserer gesamten Tour hat Charlie sehr wenig an der Leine gezogen, keinen anderen Hund angepöbelt und sich teilweise noch nicht mal für die anderen Hunde interessiert! Ein Verhalten, das ich besser beobachten muss, vielleicht braucht es häufiger getrennte Spaziergänge.

Am Montag machten wir einen tollen Ausflug an einen See, an dem Freilauf und Baden für Hunde gestattet sind. Charlie hatte sichtlich Freude und genoss die Runde sehr.

Nachmittags trafen wir dann bei schönstem Sonnenschein Roe Rainrunner. Nachdem ich Roe bereits zweimal ohne Hunde getroffen hatte, sollte sie nun endlich auch Charlie kennen lernen. Der war allerdings vom Schwimmen müde und in so einer enspannten Stimmung, dass er Roe nur kurz begrüßte und sich dann wieder in die Sonne legte. Wir waren in einem sehr gut besuchten Park-Cafè, um uns herum Trubel, viele Menschen und andere Hunde, die teilweise an unseren Tisch kamen. Mit Lis hätte ich ständig managen müssen, aufpassen, dass sie die anderen Hunde nicht vertreibt, keine Menschen anknurrt. Mit Charlie alleine ist das völlig anders: Ein fremder Hund läuft einen Meter entfernt an ihm vorbei und Charlie hebt maximal den Kopf. Ein Kinderwagen wird nur Zentimeter entfernt an seiner Rute vorbei geschoben, Charlie interessiert es nicht. Alle Hunde-Begegnungen, ob angeleint oder nicht, verlaufen völlig entspannt. Charlie kommt mit jedem zurecht und ich muss nicht ständig regulierend eingreifen. Das entspannt mich auch sehr.

Die Krönung des Treffens mit Roe war ein Vanille-Eis für Charlie. Er hatte sich so toll benommen und unseren Aufenthalt im Kaffee so gut gemeistert, dass ich eine Kugel Eis für ihn bestellte, die auch prompt in einem kleinen Eimerchen geliefert wurde. Und wer nun denkt, die Kugel wäre blitzschnell verspeist worden, der irrt: Charlie lies sich genussvoll Zeit und schleckte mehrere Minuten am Eis.

Übrigens entdeckte ich einige Tische weiter Jan Plewka, der sich aber nicht traute, Charlie um ein Autogramm zu bitten. Immerhin bestimmte diese Sichtung unseren Soundtrack für die Rückfahrt am nächsten Tag, als wir seelig in Richtung Heimat brausten.

 

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3 Gedanken zu “Ein Abenteuer

  1. Es war wunderschön mit euch und ich wünsche nach wie vor, wir würden näher beieinander wohnen.
    Und mach dir keine Gedanken, der Lieblingsmann jammert immer dass es zu wenig Fleisch gibt. Für seinen Geschmack könnte es 2 oder 3 mal in der Woche Fleisch sein. 😂
    Du solltest ihn mal hören wenn Veganer zu Gast sind.
    Habt trotz Umzug eine entspannte Zeit. Das nächste Mal genießen wir wieder den Rhein bei euch.
    Herzliche Grüße
    Stephie mit Enki und Luna

    Gefällt 2 Personen

  2. Klingt nach einem echt schönen Abenteuer 😉

    Ich hätte in der Tat einen viel aufgeregteren Charlie erwartet. Ich wurde ja kaum beachtet *empör*
    Aber okay, ich seh halt auch nicht so lecker aus, wie Vanille-Eis…

    P.S. Das mit dem Schnitzesalat möchte ich auch noch erklärt bekommen…

    Gefällt 1 Person

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