Tag am Meer

Lis Gesundheit entwickelt sich zu einer größeren Baustelle… Nach der ersten Diagnose Vestibularsyndrom haben wir mittlerweile ein großes Blutbild machen lassen und zudem noch die Schilddrüsenhormone bestimmt. Denn die Leber- und Bauchspeicheldrüsen-Werte sind sehr schlecht und wir können keine genaue Ursache finden. Und auch die Schilddrüse spielt nicht mehr mit, die Werte sprechen für eine Hypothyreose. Die gesamte letzte Woche ging es Lis schlecht, am Wochenende hatten wir ein paar Lichtblicke und einen tollen Ausflug, seit Montag geht es wieder schlechter.

 Auf Anraten von guten Freunden fange ich Lis Abschiedstour an bzw. treibe diese weiter voran. Lis ist nun mal eine alte Dame, sie hat diverse Knubbel, Wehwehchen und Arthrose. Das lässt sich nicht wegreden. Bisher war sie aber immer altersgemäß fit und „litt“ nicht. Seit dem Einsetzen des Vestibularsyndroms ändert sich dieser Zustand aber. Ihr ist öfter schwindelig, seit dem Wochenende immer mal wieder übel und sie übergibt sich auch. So schlechte Blutwerte wie bei der aktuellen Untersuchung hatten wir noch nie, die Symptome hängen aber nicht zusammen und werden wahrscheinlich auch keine gemeinsame Ursache haben. Es fühlt sich gerade an wie ein rapider Absturz.

Sie mag keine Treppen mehr gehen. Bleibt davor stehen und schaut mich an. Ich trage sie natürlich oder wir nehmen, falls vorhanden, den Aufzug. Sie mag nicht mehr weit laufen, wenn sie auf unebenen Untergrund kommt, stolpert sie oft. Aber sie frisst noch gerne und mag auch das Protein-reduzierte Futter, das ich ihr gerade anbiete (wegen der Leber). Und sie hat es genossen, am Strand zu sein. Wirklich! Denn zu Ihrer Abschiedstour gehört auch ein Tag am Meer…

Ans Meer

In Cadzand angekommen, war ich sehr überrascht, wie voll es dort im Sommer ist.  Wir kennen den Strand nur aus der Nebensaison, wenn Hunde auch tagsüber (in der Saison nur ab 18 Uhr) am Strand ohne Leine laufen dürfen. So haben wir uns erst mal, brav angeleint, ein ruhiges Plätzchen im Sand gesucht. Ich hatte eine Decke dabei und kaum war diese ausgebreitet und unser FT-F hatte sich darauf nieder gelassen, beanspruchte Madame Lis den Rest der Decke für sich. Ich habe sie freundlich gebeten, mir auch noch etwas Platz zu machen. Sie schaute mir tief in die Augen, schnaubte und ließ sich ins Platz fallen. (Ok, sie ist alt und krank, ich passe auch so daneben. Und grundloses Verwöhnen gehört zur Abschiedstour.) So saßen wir eine Weile am Strand und schauten aufs Meer. Ok, Charlie schaute weniger, entspannte aber anfangs auch mit uns. Bis ihm langweilig wurde… Noch eine halbe Stunde, bis wir offiziell die Leinen los machen konnten und ein gelangweilter Jungspund. Was macht man da? Unfug, genau!

Also haben wir geübt, eine Muschel auf dem Kopf und auf der Nase zu balancieren. Für Lis ein Kinderspiel, für Charlie eine Geduldsprobe. Dann sind Charlie und ich mit der Leine ans Wasser gegangen, die Wellen haben ihn, genau wie beim letzten Mal, zuerst erschreckt. Und natürlich musste er wieder testen, ob Salzwasser schmeckt. Das Ergebnis (wie beim letzten Versuch): Nein, es schmeckt nicht.

Endlich leerte sich der Strand und die ersten freilaufenden Hunde begegneten uns, so dass auch wir endlich „Leine los!“ gaben und die beiden sich nach Herzenslust bewegen konnten. Lis mag das Meer und besonders den nassen Sand direkt am Rand des Wassers. Dort läuft sie besonders gerne und lässt sich den Wind um die Nase wehen. Charlie ist der Untergrund egal, er hat immer seinen Spaß!

Lis ging sehr langsam und bedächtig, fiel ein paar Mal um und war später rundum mit Sand paniert. Charlie rannte auf und ab, forderte uns zum Spielen auf, rannte ins Wasser, lernte einen Angler kennen und war total ausgelassen. Während Charlie den Angler ablenkte, versuchte Lis übrigens, etwas aus dessen Kühltasche zu klauen.  Egal wie krank sie ist, Hunger hat sie immer!

Der Tag hat uns allen gut getan, eine gemeinsame, besondere Unternehmung mit viel salziger Luft und Wind, der den Kopf zumindest für den Moment von allen Sorgen frei pustet.

 

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19 Gedanken zu “Tag am Meer

  1. Liebe Lis,mehr als sagen dass ich dich im Herzen trage,kann ich nicht.Du bist eine echte Persönlichkeit setzt die Maßstäbe für meinen zukünftigen Hund,seeeehr hoch!Liebe Grüße

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  2. Das hört sich nicht schön an und ich sende Euch die besten Wünsche….. Möge Eure Abschiedstour noch gaaaaaanz lange dauern. Der Ausflug zum Meer sieht auf jeden Fall wunderbar aus.

    Oft habe ich überlegt, ob es Dinge gibt, die ich unbedingt mit Socke erleben möchte, diese notiere und abarbeite. Ich bin immer wieder hin- und hergerissen, weil ich mich frage, wieviel Freude man an so einem Erlebnis hat, das auf dieser Liste stand…

    Viele liebe und nachdenkliche Grüße
    Sabine mit Socke

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    • Es stehen ja hauptsächlich Erlebnisse auf der Liste, die eine Wiederholung sind. Ein Auffrischen von Erinnerungen, ein Wiedererleben von etwas Gutem. Bei uns löst das entspannte, warme Gefühle aus und ich stelle mir vor, uns und ihr nochmal etwas Schönes ermöglicht zu haben. Das belegt solche Ausflüge für uns positiv.
      Liebe Grüße

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  3. Eine echt tolle Idee, das mit der Abschiedstour ! Wünsche euch von Herzen, dass sie noch ganz lange dauert ! 🙂 Und vielleicht bewirken die vielen positiven Dinge, die sie erlebt, dass sich ihr Zustand wieder bessert ! Die Hoffnung dazu besteht auf alle Fälle ! 🙂

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