Wie orientiert der sich?

In der letzten Zeit passiert es öfter, dass Menschen Charlies Erblindung in Frage stellen oder hinterfragen. Klar, ich staune manchmal selbst, wie agil und lebenslustig er ist, aber nur, weil man ihm die PRA nicht direkt ansieht, muss man die Erkrankung doch nicht gleich in Frage stellen. Nicht falsch verstehen, ich gehe nicht hausieren und posaune es überall heraus. Aber es gibt in unserem Umfeld Menschen, die von der Erkrankung wissen, die Charlie ab und an sehen und es irgendwie nicht glauben wollen. Die Fragen stellen: „Wie orientiert er sich denn, wenn er nichts sieht? Dann kann er den Ball doch eigentlich nicht finden?“ und ähnlich. Und damit sind wir nicht alleine, wie ich kürzlich heraus fand…

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Gute Orientierung

In den vergangenen Tagen war recht viel los bei uns: Wir waren ständig unterwegs, haben einer Freundin beim Einzug geholfen und einige Termine gehabt. Charlie und Lis waren natürlich ständig dabei, uns gibt es nur „im Paket“. Besonders beim Umzug meiner Freundin und bei einem abendlichen Termin haben wir uns über Charlie und seine tolle Orientierung gewundert. Er hat nämlich mittlerweile eine Strategie entwickelt, wie er neue Räume erkundet.

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Blind bedeutet nicht unflexibel

Eine meiner Sorgen mit Bekanntwerden der Diagnose PRA war, dass Charlie mit der Erblindung unflexibel und „hilfsbedürftig“ werden würde. Also nicht, dass ich ihn ständig körperlich führen müsste oder ähnliches, sondern dass er Veränderungen nicht mehr gut verkraften würde. Und die ein oder andere Begebenheit wies darauf hin, dass meine Sorge berechtigt sein würde: Charlie lief mehrfach gegen das neue Bett, weil es andere Abmessungen als das alte hatte. Ein Knie-hoher Zaun auf unserer Abendrunde war anfangs ebenso ein Problem. Mal lief er gegen einen Schirmständer, mal gegen eine Parkbank, er hat Talent, die Dinge mit dem Kopf zu treffen.  Weiterlesen

Es läuft wieder!

Es geht bergauf! Charlies Wunde am Pfotenballen verheilt erstaunlich gut. Die Haut ist schon wieder verschlossen, wenn auch noch nicht wieder richtig fest. Es ist eben noch keine Hornhaut nachgewachsen. Ein Umstand, der uns aber immerhin die Erlaubnis einbrachte, auf weichem Untergrund wieder ohne Socken und Schuh zu laufen. Yeah!  Weiterlesen

Zu wenig Bewegung 

Charlies Verletzung führt leider dazu, dass er nicht freilaufen und toben darf. Für ihn die Höchststrafe. Langsames Gehen, schlimmsten Falls in Lis Tempo, ist für ihn eine Qual.

Seine „Geschäfte“ an der Leine zu erledigen auch. Charlie verschwindet am liebsten im Unterholz. Gut geschützt vor neugierigen Blicken, fernab der Zivilisation. Also steige ich zur Zeit mit ihm an der 5m Flexileine ins Unterholz. 5m reichen aber nicht. Das ist ihm zu intim. Also nehme ich mein Smartphone und lese, während er im Umkreis nach einer passen Stelle sucht. Mache ich den Fehler, mich zu bewegen oder an der Leine zu ziehen, ist der Platz verbraucht und wir müssen einen neuen suchen. (Nur Hundehalter können so über die Körperfunktionen ihres Tieres kommunizieren, ohne sich zu schämen. 😉)

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Cinderella und Achmed

Am Wochenende erzählte ich meinem Freund von der Blogparade Hundenamen. Sofort warf er ein, dass ich eigentlich für Lis ihren speziellen, vom ihm geschaffenen Spitznamen verwenden müsse. Dieses Gespräch und ein darauffolgender Austausch zu Charlies Pfotenverletzung führten zu diesem Beitrag, den ihr gerade lest. Um zu verstehen, wie liebevoll diese Spitznamen in Wirklichkeit sind, muss ich ein wenig erklären. Mein Freund ist nicht nur mein Freund, er ist Charlies FaceTime-Freund.

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2 Jahre

Am 15.11.2014 holte ich Charlie ab. Eine damals wohlüberlegte Entscheidung. Dachte ich. Lis ein Hund höheren Alters, zwei Kreuzbandrisse hinter sich, Arthrose-geplagt und nicht mehr ganz fit. Ich wollte unbedingt einen Zweithund, den sie noch ein wenig mit-erziehen kann und der mich tröstet, wenn sie mal nicht mehr ist. Ein sehr egoistischer Gedanke für den ein oder anderen, für mich ein wichtiger Schritt. Charlie war jung, nicht so traumatisiert wie Lis, als sie aus Rumänien kam, sozialverträglich und gesund. Ein wenig schüchtern (okay, sehr schüchtern!) und zurückhaltend, aber freundlich und aufgeschlossen. Weiterlesen

Wo bist Du?

Charlies Augen werden immer schlechter, in Zwielicht, Dämmerung und eher schlechtem Licht ist er nun auch blind. Den Beweis hat er heute morgen unfreiwillig erbracht. Eigentlich ein Morgen wie jeder andere auch: Wir stehen auf, ein paar Minuten zu spät. Charlie und ich gehen nach unten, Lis bleibt erst einmal noch liegen. Ich mache mir einen Kaffee, Charlie darf kurz raus in die „Pipi-Ecke“. Dann gibt es Frühstück.  Weiterlesen

Blindfisch und taube Nuss

Ich lache grundsätzlich gerne. Und so lache ich häufig über die Situationen, die mir mit einem fast blinden und einem fast tauben Hund passieren.

Charlies Sehkraft war schon bei der Diagnose PRA nicht mehr die beste, nachtblind war er bekanntlich seit mindestens Dezember 2015. Doch nun stelle ich fest, dass es auch bei Tageslicht immer schlechter wird. Wenn er sich bei Spaziergängen weiter entfernt und mal „im Gebüsch verschwindet“, gehe ich meist weiter. Bisher hat er mich dann auch immer ohne großes Aufheben wieder gefunden. Doch seit einiger Zeit stelle ich fest, dass er aus dem Gebüsch kommend an die Stelle zurück rennt, an der er mich verlassen hat, dort stehen bleibt, den Kopf hebt, die Ohren spitzt und sich „umschaut“. (Von Umschauen darf ich ja eigentlich in diesem Zusammenhang nicht reden, aber mir fehlt ein besseres Wort.) Dann wird er hektisch, hält die Nase in den Wind und dreht den Kopf dabei ganz putzig. Ich finde ihn dann immer so niedlich und erfreue mich an diesem Anblick, dass ich fast vergesse, ihn mit Schnalzen auf mich aufmerksam zu machen.
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